- Project Runeberg -  Svensk botanisk tidskrift / Band 17. 1923 /
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Wie bekannt folgt die Assimilation fast proportional den Tem-
peraturveränderungen. Bei einem gewissen, nahe der kritischen
Temperatur belegenen Punkt tritt aber eine starke Hemmung ein,
wie es z.B. in MATTHAEIS (1905, S. 84) Kurve bei etwa 37° C der
Fall ist. Da meine Versuche in eingeschlossener, unbewegter Luft
ausgeführt wurden, so musste im Objekt die Temperatur während
des Versuchs über die Lufttemperatur steigen. Nach Brown und
WILSON (1905) kann diese Steigerung zu bedeutenden Werten an-
wachsen, hauptsächlich infolge des Umstands, dass die Luft mit
Feuchtigkeit gesättigt wird, was die Transpiration herabsetzt. Die
Temperatur im Apparat überstieg bei meinen Versuchen selten
20° C. Es ist daher nicht wahrscheinlich, dass die Innentempe-
ratur der Blätter während der kurzen Versuchszeit von 15 Min.
zu solchen Werten emporstieg, dass die Temperatur hemmend
wirken konnte. Wenigstens kann das Fallen der Kurve für Dryo-
pteris austriaca bei so schwachem Licht wie 30% dadurch nicht
erklärt werden. Bei den stärksten Lichtintensitäten kann die Tem-
peratur möglicherweise mit im Spiele sein, und LuBIMEnKO (1905)
sieht eine bei starkem Licht erfolgte Verminderung der Assimila-
tionskapazität bei gewissen Pflanzen als durch zu hohe Innentem-
peratur veranlasst an.

In einer anderen Arbeit desselben Verfassers (1908) zeigt er
(S. 175), dass die Schattenpflanzen Taxus und Fagus Kurven ha-
ben, die bei höherer Lichtintensität abfallen, während die licht-
liebenden Larix und Robinia kontinuierliche Steigerung aufweisen.
Hier ist er jedoch der Ansicht, dass dieses darauf beruht, dass die
grössere Chlorophyllmenge der ersteren so viel Licht absorbiert,
dass dieses bei der herrschenden Versuchstemperatur (25—30°)
hemmend auf die Assimilation einwirkt. Mit anderen Worten:
das starke Licht veranlasse eine Inaktivierung der Chloroplasten,
vielleicht durch eine infolge herabgesetzter Diastasentätigkeit ein-
tretende Assimilatanhäufung. Auf diese Weise erklärt auch HEN-
rıcı (1918) die Herabsetzung der Assimilation, die sie bei Ebenen-
pflanzen gefunden hat (z. B. bei Bellis perennis, Primula farinosa),
wenn dieselben sehr starkem Alpenlicht ausgesetzt werden. In
diesem Falle gilt es eine Lichtstärke, die etwa 4mal grösser ist,
als die für die Pflanze normale. Diese Resultate sind also mit
meinen Versuchen an Schattenpflanzen vergleichbar. Wie oben
gezeigt wurde, reagieren jedoch Polypodium vulgare und Dryopteris
austriaca in verschiedener Weise auf das Lieht. Man dürfte also

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