- Project Runeberg -  Svensk botanisk tidskrift / Band 3. 1909 /
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6(5

überall dieselben Tatsachen gefunden. So isl z. B. in Fig. 3 ein
etwas jüngeres Stadium, kurz vor der Entstehung der Spindel,
abgebildet; es ist dies somit eine Art von Diakinesenstadium. Die
6 Chromosomen sind deutlich längsgespaltet und treten in den 3
Grössen paarweise auf. In Fig. 5 ist eine Anaphase mit sehr
ausgesprochenen Längenunterschieden der Chromosomen veranschaulicht;
2 Chromosomen an jedem Pol sind bedeutend länger und
hakenförmig gekrümmt, 2 sehr klein, stabförmig, und 2 etwas länger als
diese. In dieser Fig. 5 tritt sehr deutlich eine andere Erscheinung
hervor, dass nämlich die gleichlangen Chromosomen jeder Gruppe
paarweise liegen, was besonders von Strasburger betont worden ist.
Doch ist dies nicht ausnahmslos der Fall, wenn es auch das
häufigste ist. In Fig. 4 liegen die längsten Chromosomen etwas
voneinander entfernt. Von einem gewissen Interesse ist es, diese
Chromosomen mit den entsprechenden von Crepis tectorum zu
vergleichen. Juels Figuren sind allerdings bei schwächerer Vergrösserung
gezeichnet, doch geht aus ihnen deutlich hervor, dass sich bei
dieser Pflanze ein so ausgesprochener Unterschied der 8
Chromosomen nicht findet. Wenigstens existieren bier die beiden längsten, wie
sie bei Crepis virens vorkommen nicht. Es scheint mir nicht
unwahrscheinlich, dass jedes dieser langen Chromosomen zweien von
Crepis tectorum entspräche. Leider war mein Material von Crepis
tectorum nicht so gut fixiert, dass ich bestimmt sagen könnte, wie
sich bei dieser Pflanze die Grössen zueinander verhalten. Gewisse
spätere, bei der Pollenbildung zu Tage tretende Erscheinungen
sprechen dafür, dass jene beiden langen Chromosomen vielleicht
als eine Art von »Sammelchromosomen» aufzufassen sein möchten.

Im Ruhestadium des Kerns ist es auffallend, wie wenige
»Chro-matinkörner» im Kern enthalten sind. Ich habe darum auch ohne
Schwierigkeit die Anzahl der Prochromosomen auf 6 feststellen
können (Fig. l).

In Fig. 2 ist ein im »Ruhestadium» befindlicher Kern aus einem
in lebhafter Zellteilung begriffenen Teil des Fruchtknotens
abgebildet. Die Unterscheidung der Prochromosomen von den übrigen
Chromatinkörpern ist in diesem Falle kaum möglich. Das
Ruhestadium dieses Kerns ist nicht dem der Fig. 1 gleich, sondern meiner
Meinung nach vielmehr als eine Art Interkinese aufzufassen, in der
die Chromosomen die für das eigentliche Buhestadium
charakteristische Gestalt nicht eher erlangen, als bis sie sich zur nächsten
Teilung anschicken.

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