- Project Runeberg -  Svensk botanisk tidskrift / Band 7. 1913 /
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gleichen scheint mir das Verhalten der liorraginaceen und Solanaceen
in dieser Hinsicht aus einem anderen Gesichtspunkte von einer
gewissen Bedeutung zu sein. Beide Familien werden wenigstens von
einigen Systematikern als eine Zusammenfassung ähnlicher
Entwicklungsstufen mehrerer Entwicklungsreihen aufgefasst. Die
Entwicklungsgeschichte des Endosperms ist geeignet, diese Auffassung
zu stützen, und wird vielleicht in Zukunft zur Klarstellung dieser
Reihen beifragen können. Auch Sambucus und Adoxa (wenn diese
wirklich hierher gehört) nehmen unter den Caprifoliaceen eine
Sonderstellung ein.

Auf Grund der oben erörterten Erscheinungen wollen wir als
unsre bestimmte Auffassung aussprechen, dass der Endospermtypus
einen systematischen Faktor bedeutet, den man nicht unterschätzen
darf. Ich glaube, dass seine Bedeutung etwa ebenso gross ist wie
z. B. die Sympetalie oder Choripetalie der Blüten, die Zahl der
Integumente, der Bau des Nuzellus der Samenanlagen,
Faktoren, deren Bedeutung niemand leugnet, obgleich sie in gewissen
Verwandtschaftskreisen auch bei zweifellos nahe verwandten Typen
erheblich wechseln. Die grossen Schwierigkeiten verschiedener Art,
mit denen ein Feststellen des Endospermtypus oft verbunden ist,
dürfen indessen nicht seine Bedeutung beeinträchtigen. Wenn man
findet, dass das Endosperm einer Pflanze in einer Weise
ausgebildet wird, die man ihrer Einordnung zufolge nicht erwarten
sollte, so hat man, glaube ich, gute Gründe zu untersuchen, ob
ihre Stellung wirklich völlig sicher ist. Dass man hierbei die
Gesamtmorphologie der Pflanze berücksichtigen muss, und nicht ein
einziges Merkmal einseifig betonen darf, brauche ich kaum hinzuzufügen.

Wenn man nicht nur auf diesen einzigen Punkt, den wir bisher
betrachtet haben, sondern auch auf die spätere Entwicklung des
Endosperms achtgibt, glaube ich, dass man einräumen muss; dass
sie Züge enthält, die noch wichtigere Fingerzeige für die Systematik
geben können. Hier müssen wir uns auf solche Typen beschränken,
die ihr Endosperm durch sukzessive Zellteilung bilden, und halten
dabei an der morphologischen Seite streng fest. Den in Rede
stehenden Bildungen kann nämlich eine systematische Bedeutung nur
unter der Bedingung, dass sie homolog sind, zugesprochen werden.

Es ist freilich sehr zu bedauern, dass die Untersuchungen über
zahlreiche der oben aufgenommenen Pflanzen so unvollständig sind,
dass es nicht möglich ist, von allen erforderlichen Einzelheiten
betreffs der Entwicklungsgeschichte des Endosperms eine sichere Auffass-

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