- Project Runeberg -  Teknisk Ukeblad / 1931 /
230

(1883-1931)
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Nr. 20. 25. juli 1931 - Notiz über das kristallisierte Kohlenstofftetrajodid (CJ4), von O. Hassel und H. Kringstad

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Von O. Hassel und H. Kringstad
H. Mark hat 1924!) mitgeteilt dass, er von den regulären
Kristallen des Kohlenstofftetrajodids Schichtliniendiagram
me aufgenommen hat und zwar um die Richtungen [loo]
[llo] und [lll], wodurch tibereinstimmend gefunden wurde
dass der kleinstmögliche Elementarwärfel eine Kantenlänge
von 5,81 A hat. Dieser Wärfel enthält ein Molekiil
CJ. von regulår tetraedrisehem Bau, der Abstand C—]J
soll 2,2 bis 2,5 A betragen. Dieser Befund sowie der ent
sprechende beim CBr, bilden die ersten auf interferome
trisehem Wege erhaltenen Beståtigungen einer tetraedri
schen Anordnung der vier Kohlenstoffvalenzen.
Die Verfasser haben eine systematische Untersuchung
des Kristallbaues der Tetrahalogenide leichterer Elemente
in Angriff genommen und darunter auch Röntgenauf
nahmen der Kristalle von CJ, aufgenommen *). Es handelte
sich dabei um Schichtliniendiagramme um dieselben drei
Richtungen [100], [110], [111] die eben erwåhnt wurden,
und weiter um Lauediagramme annåhernd senkrecht zu
[100] und zu [111], sowie endlich um Pulveraufnahmen.
Dabei ergab sich mit Sicherheit dass die von uns untersuch
ten regulären Kristalle nicht eine Gitterkonstante von 5,81
oder ein ganzes vielfaches davon haben, sondern dass der
kleinstmögliche Elementarwärfel eine Kantenlänge von
9,14 hat %. Weder in den Drehdiagrammen noch in den
Lauediagrammen haben wir Interferenzen auffinden können,
welche mit einer flächenzentrierung des eben genannten
Elementarwärfels in Widerspruch stehen wärden. Da die
von uns bestimmte Dichte von 4,35 einen Inhalt des Elemen
tarwiirfels von vier CJ, verlangt, könnte man versucht sein
vier Tetraedermolekiile in flåchenzentrierter Lage zu unter
bringen. Es zeigt sich jedoch dass mit einem C—
]J Abstand
zwischen 1,9 und 2,7 Å die Intensität der öberall in den mit
Cu-Strahlung aufgenommenen ’ Diagrammen kråftigsten
Interferenz (220) alsdann sehr klein sein miisste. Ob man
säurch Versicht auf regulärtetraedrischen Bau des Molekäls
-oder durch die Annahme einer grösseren Elementarzelle
-eine gentigende Ubereinstimmung mit den experimentellen
”Tatsachen erreichen kann, ist nicht leicht zu entscheiden.
Auf eine Erklärungsmöglichkeit möchten wir jedoch hin
"weisen, auf die uns Herr Professor V. M. Goldschmidt
:aufmerksam machte, nåhmlich die Möglichkeit einer Rotation
der molekiile im Gitter. Falls eine solche Rotation schon
bei Zimmertemperatur entwickelt ist muss, man erwarten
dass die experimentellen Daten auf eine besonders einfache
Struktur wie etwa eine dichteste Packung von sphårischen
Molekiilen fuhrt. Die hohe Symmetrie der Lauediagramme
wiirde auch mit einer solehen Annahme in Einklang sein.
Bei tieferer Temperatur miåiisste alsdann eine Anderung
der. Struktur nachweisbar sein, und man miåiisste auch mit
der Möglichkeit rechnen dass Kristalle von SnJ, -Typus
(wie etwa SiJ, oder TiJ,) bei höherer Temperatur einer
åhnlichen Umwandlung fåhig sein können. Diesbeziigliche
Versuche sollen gemacht werden, und wir hoffen auch dass
eine geplantede Bestimmung des Temperaturverlaufes der
spezifisehen Wårmen der festen Kohlenstoff-Tetrahalogenide
dank ’des Entgegenkommens des Herrn Professor A. Eucken
bald in Angriff genommen werden kann. Es ist klar dass in
Falle einer Rotation das auf die Molekiilzentren bezogene
Streuungsvermögen der Molekiile eine abnormale F-Kurve
ergeben muss, indem ja die streuende Masse um eine Schale
von bedeutendem Radius konzentriert ist. Den monochro
matisch aufgenommenen Röntgenphotogrammen können
naturlich nur qualitatives entnommen werden, aber beim
Vergleich der Diagramme von CJ, und SiJ, fällt es auf dass
» H. Mark Ber. d.d. Chem. Ges. 57, 1820, (1924), Zeitsch
f. angew. Ch. 44, 125, (1931)
3) Kristalle wurden sowohl aus CCl, und AlJ, wie aus
CCI, und CAJ, dargestellt, die Analyse ergab 97,1 u. 97,7?/,
J., theoretisch 97,7.
3) Aus dem Debyediagramme. erhalten, die Drehdiagram
me geben einen etwas høheren Mittelwert (s. Tabelle 1).
F 20100075 800205 9,17
31051203 — 709307 9,22
3 3,27 609 207 9,33
4 4,98 490 9,39
Stark
220
311
422
Fig 1.
X
NOTIZ ÜBER :
DAS KRISTALLISIERTE KOHLENSTOFFTETRAJODID (CJ4)
; Tabelle 7 |
Drehdiagramme von CJ, Cu-K -Strahlung
Kameradurchmesser 5,73 cm.
. Die Oktardeekante [110] |
Tabelle
2; .
Mit Kupferstrahlung gefundene Reflekse.
Mittel st. Schwach
400 420
331 620
420 ; 622
511 551
442 642
622 731
å
bei den ersteren die Intersitåt der Reflexe mit steigenden
Abbeugungswinkeln viel rascher fållt. ;
Wir teilen in Tabelle 1 die Schichtlinienvermessung der
Drehdiagramme mit, in Tabelle 2 sind die in den Diagram
men mit Cu-Strahlung gefundenen Reflexe nebst ihrer
ungefåhren Intensitåt verzeichnet, und die Figur 1 bringt
eine Wiedergabe der Lauediegrammes nahezu senkrecht
zu [loo] in Form der gnomonischen Projektion.
mo BRE X .
2e(cm. I oM
-
n ()X u Cosm 2
2 1,43 769 16” 13,00 9,19
4 3,12 61927” — 141980 9,12
Die Wärfelkante [100] :
Die Raumdiagonale [111] .
1 0,56 840 25” 15,82 : 9,13
2 1,10 79987 : 16,33 9,43
Lauediagramm angenåhert 1 zu [100]. Die hohe Symme
trie spricht fär die Kristallklassen On, Ta oder O.
|/ a o
Å
III’IE’IIl-m-Um—— -
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; I, m/t.lzl]all -l fmw
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ee ea n 591
230 TEKNISK UKEBLAD Nr. 20 -. 1931

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