- Project Runeberg -  Upsala Universitets Årsskrift / 1862 /
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20 W. E. Lidforss.

tatfachen oder erfahrungen aus dem fiune ganz fubjektiver anficht dar-
zustellen. Z. b. wäre das aber auch fo nötig gewelen? Less. I, 244.
statt des mehr heraus fordernden: ift das aber auch fo nötig gew elen?
Ich wiöfte schon, was ich täte id. II, 168. Ich hätte mich aller-
dings darnach erkundigen follen ib. 220. Ich wäfte nicht, was
ich da böfes fähe G. VII, 44. Aber ich hätte vor tische noch [o
mancherlei auszufertigen ScH. VII, 134. Ich dächte doch! Dies wäre
denn die urspräöngliche bedeutung jener fätze. So hätten wir denn alle
schwierigkeiten äberwunden. Und dergleichen mehr. Verfasser, die den
konjunktiv in hauptfätzen nicht anerkennen wollen, stosen fich natär-
lich äberall die stirn gegen versteckte oder ausgelassene hauptfätze; fo
erklärt SCHÖTENSACK (f. 564) das letzte beispiel wörtlich folgender
weile: ”in folchen fätzen liegt das aus der erfahrung hervor gegangene
gefäöhl der unficherheit ausgedräckt, der zufolge eine fchwierigkeit auf
die andere folgte, ohne dass man das vorher gefehen hatte, fo dass
jene oben angefährte worte fo viel lagen wollen wie: wenn das schickfal
nicht gern hemmend fich zwischen unternehmungen stellte, fo könnten
wir fagen, dass wir alle schwierigkeiten iäber:unden hätten.” Das
heist die sprache an den haaren ziehen! Und wie erklärt man denn
doch das eben in der gegebenen erklärung vorkommende könnte? Es
wird nochmals und aber nochmals diefelbe geschichte geben. Aber auch
HerYsE, deffen behandlung diefes gegenstandes in feinem grösern wv erke !)
äberhaupt als eine fehr gelungene angefehen werden kann und der doch
(I, 765) ausdräöcklich zugiebt, dass ”wie der indikativ auch im neben-
fatze steht, eben fo gut kann und mus der konjunktiv im haupt-
fatzre stehen, wenn der inhalt desfelben etwas blos gedachtes oder als
problematisch und nur möglich dargestelltes ilft”, auch HEYSE, fag’ ich,
bemerkt (I, 768) unter dem potentialis: ”in den meiften fällen?)
ift diefe ausdrucksweife als eine elliptische bedingliche rede zu
betrachten, in welcher der bedingende fatz entweder ganz unterdräckt ,
oder in verkärzter form mit dem bedingten zu einem fatze verschmolzen
ift. Z. b. ich hätte wol luft dazu (nämlich: vwenn dies und jenes
hindernis oder bedenken nicht wäre). Ich könnte noch manches fa-
gen (näml. wenn ich wollte, oder wenn es verstattet wäre)”. Und
auch bei feinem optativ fetzt er hinzu, dass dergleichen fätze ”teils
als fubjunktivische nebenfätze zu betrachten find, bei denen
der hauptfatz, ”ich winsche oder winschte”, im gedanken zu grunde

!) Dr. J. C. A. Heyfe’s ausfährliches Lehrbnch der deutfehen Sprache.
Neu bearbeitet von Dr. K. W. L. Heyfe. I, II. Hannover 1838.
2) Jene worte find vom schreiber diefes kurfivirt worden.

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