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(1882)
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Full resolution (TIFF) - On this page / på denna sida - Beiträge zur Kenntnis einiger Indianerstamme des Rio Madre de Dios-gebietes. Von Erland Nordenskiöld.

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EINIGE INDIANERSTAMME DES RIO MADRE DE DIOS-GEBIETES. 2/9

auf diese gemacht haben, aber die Weissen und die feigen Quichuas
haben niemals versucht, Repressalien auszuüben. Vom Rio Madre de
Dios aus, wo die Indianer verfolgt und geradezu gejagt worden
sind, um als Gummiarbeiter eingefangen zu werden, sind die Stämme
am mittleren Rio Inambari und Rio Tambopata nicht direkt beunruhigt
worden, sie haben dagegen aber wahrscheinlich die
Unannehmlichkeit gehabt, dass ihnen feindliche Stämme, wie die Huachipairi,
näher in ihr Gebiet gedrungen sind. Auch die Rio Madidi- und Rio
Heath-Indianer sind wohl durch Verfolgungen seitens der Weissen
nach dem Rio Tambopata hin gedrängt worden. Die Waffen in
ihren Kämpfen sind Pfeil und Bogen (s. unten). Die Pfeilspitzen
sind nicht vergiftet und nicht so konstruiert, dass sie in der Wunde
abbrechen. Sie haben keine Handwaffen.

Friedlicher Verkehr. Auch friedliche Verbindungen zwischen
den Stämmen existieren. So hatten mehrere Männer und Frauen
der Tambopata-Guarayo einige Zeit vor mir auf einem Pfade, der vom
unteren Rio Tambopata bis nach dem Rio Yaguarmayo, wo die
Ya-miaca wohnen, geht, die Yamiaca besucht. Mama hat Gegenvisite
gemacht. Atsahuaca besuchen oft Yamiaca. Von Mama hatten sie auch
Geschenke, wie Äxte und Messer, die dieser von den Weissen erhalten
hatte, bekommen. Der Tuyoneiri-Indianer bei den Atsahuaca hatte
von Mama einen Harpunenpfeil bekommen. Welche Gegengeschenke
die Atsahuaca gemacht haben, weiss ich nicht. Als die Atsahuaca
mit mir die Yamiaca besuchten, wurde ihnen in der
gemeinschaftlichen Hütte eine Feuerstätte angewiesen; Bananen und auch Fische
erhielten sie, so viel wie sie wollten. Sie sassen jedoch still da
und mischten sich selten in die Unterhaltung. Sie betraten niemals
den übrigen Teil der Hütte. Ein Yamiaca-Jüngling, der scherzhaft
einen Kriegszug gegen die Atsahuaca vorschlug, wurde vom
Häuptling Mama sofort zum Schweigen gebracht. Der Scherz war
unpassend.

Wenn ich von den letzten Jahren absehe, so hat, wenigstens
seit der Missionszeit im 17. und 18. Jahrhundert, absolut keine
friedliche Berührung dieser Indianer mit den Weissen und den
Quichuas stattgefunden. Deshalb hat man hier am Fusse der
Anden eine so scharfe Völkergrenze, dass die nächsten
Nachbaren der Quichuas nicht einmal ansässige, vor einigen Jahren
noch im Steinalter lebende Menschen sind. Aus diesem Grunde
kann man während einer so langen Zeit, dass sie in der
Hauptsache wieder in ihre alten Gewohnheiten haben verfallen können,

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