Full resolution (TIFF) - On this page / på denna sida - Beiträge zur Kenntnis einiger Indianerstamme des Rio Madre de Dios-gebietes. Von Erland Nordenskiöld.
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3OO ERLAND NORDENSKIÖLD.
Knaben (s. Fig. lo) sind wie die Männer, die Mädchen wie die
Frauen gekleidet.
Das Weben von baumwollenem Zeug, das Frauenarbeit zu sein
scheint, habe ich nicht gesehen. Ihre Spindeln zur Verfertigung
von baumwollenen Fäden bestehen aus einer durchbohrten Scheibe
aus einer Thonscherbe oder aus Schiefer, die auf ein an beiden
Enden zugespitztes Chontahölzchen aufgesetzt ist. Die Atsahuaca
haben zu diesem Zwecke auch besonders geformte und gebrannte
kugelförmige Scheiben aus Thon. Bei den Tambopata-Guarayo habe
ich Spindelscheiben aus Thonscherben gesehen, obschon ich keine
Töpfe gesehen habe. Wenn die Spindel gedreht wird, ruht die
Spitze sehr oft auf einer Muschelschale (Anodonta).
Bei den Tambopata-Guarayo habe ich die Verfertigung von
Bastzeug gesehen. Die Rinde eines Baumes (Apeiba sp.) wird in
grossen Stücken abgezogen und der Bast dann zerteilt. Dieser
wird erst in einer Richtung, dann in einer anderen und hierauf
nach allen Richtungen gut gehämmert. Das so erhaltene Zeug
wird dann mehrere Male gewaschen und gut gewrungen und
ist dann nadelfertig. Die Basthemden werden mit Bast genäht. Die
dazu angewendeten Nadeln habe ich nicht gesehen.
Der Typ von Hemden, den man hier sieht, ist auf den
Ostabhängen der Anden gewöhnlich. Die Campas1 haben solche, wenn
auch mit Ärmeln.
Da die Bastkleider leicht vermodern, bewahren sie sie sehr
sorgfältig vor Feuchtigkeit und trocknen sie, wenn sie nass
geworden sind, gut über dem Feuer. Wenn sie über einen Fluss
waten, schlagen sie das Hemd über den Kopf zusammen, damit es
nicht nass werde. Schwimmen sie, halten sie es
zusammengewickelt in einer Hand über dem Wasser.
Schamgefühl. Wenigstens anfänglich genierten die
Tambopata-Guarayo sich, wenn sie sich entblössten, ihre Geschlechtsorgane
zu zeigen. Ihre Frauen zeigten sie jedoch ziemlich unbefangen.
Die Atsahuaca waren dagegen mehr geniert. Wenn ein
Atsa-huaca-Mann nackt ging, hütete er sich sorgfältig davor, die Spitze
des Penis zu zeigen. Das war offenbar unpassend. Es war
jedoch genügend, ihn zwischen zwei Finger zu fassen, oder die
Spitze zwischen die Beine zu klemmen. Ein Atsahuaca-indianer
trug nackt eine Last für mich über den Rio Yaguarmayo, als ich den
1 Ordinaire, Les sauvages du Pérou, S. 272. Fig. 41.
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