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— js —
stand. Hierzu trat vielleicht noch ein anderer Umstand.
Hedwig von Nordenflycht war nämlich in gewisser Weise
ein Schützling des Reichsraths Grafen Tessin, welcher
kürzlich bei Hofe in Ungnade gefallen war. Von ihm
empfohlen zu werden, konnte deshalb bei Belohnungen
an der neuen Stiftung der Königin Louise Ulrike nicht
mehr als eine Fürsprache gelten.
Von denjenigen Zeitgenossinnen, welche ihre eigenen
Gedanken nicht von der Sorge um die Küche oder von
dem Stickrahmen zu erheben vermochten, wurde Hedwig
von Nordenflycht häufig mit Mißgunst, Tadel und
Schmähungen verfolgt, was sie auch in ihren Dichtungen
andeutet (S. 117. d. Orig.). Dergleichen verwundende
Aeußerungen verursachten ihr wesentliches Mißbehagen.
Sie nahm deshalb gern Gelegenheit, ihre Schriften
vornehmen adligen Damen und den Gattinnen der
Reichsräthe zu widmen, um bei diesen einen gewissen
Schutz gegen das eigene Geschlecht zu finden. Nachdem
indeß ihr Dichterruf sich fester gestellt hatte, und ihr
der Beifall der ausgezeichnetsten Männer zu Theil
geworden, hielt sie jenen Schutz nicht mehr für
nothwendig, und äußert gegentheils in dem Vorworte zur
letten Sammlung ihrer »Gedankenspiele«: »Die Liebhaber
und Kenner der Dichtkunst und überhaupt des richtigen
Denkens haben mich bereits so vielfach aufgemuntert,
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Project Runeberg, Sun Jun 21 15:29:32 2026
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