- Project Runeberg -  Schweden : historisch-statistisches Handbuch / Zweiter Teil : Gewerbe /
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(1913) [MARC] Author: Joseph Guinchard
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - VI. Bergbau und Hüttenwesen. Einl. von C. Sahlin - 2. Eisenerzeugung. Von J. A. Leffler

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SCHWEISSEISENERZEUGUNG.

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angelassen, und das Schmelzen beginnt. Je nachdem die Kohlen verbrennen,
werden neue in den Herd eingeworfen. Desgleichen spritzt man von Zeit zu
Zeit mit einer Kelle ein wenig Wasser auf die Kohlen, einerseits, um die
Hitze für die Schmelzer zu lindern, andererseits, um zu verhindern, dass das
Kohlenoxyd verbrennt, bevor es in den Vorwärmungsraum gelangt. Die
verwendeten Holzkohlen sind vorher von Sand und Erde freigewaschen worden;
dass sie dadurch nass werden, gereicht dem Verfahren zum Vorteil.

Wenn alles Eisen eingeschmolzen und auf einer zu Anfang auf dem
Herdboden ausgebreiteten Unterlage von Frischschlacke angesammelt ist, beginnt die
Arbeit des Aufbrechens. Diese wird so ausgeführt, wie bei der deutschen
Arbeit erwähnt — nunmehr jedoch im allgemeinen mit Hilfe von Lagerwalls
Luppenbrechmaschine — und dauert, bis der Gehalt des Roheisens an
Kohlenstoff, Mangan und Silizium auf ein Minimum heruntergebracht ist, und man
also Rohluppen von weichem Eisen erhalten hat. Diese werden schliesslich
eingeschmolzen und zu einem grösseren Klumpen — der Luppe — verschweisst,
die aus dem Herd herausgenommen und unter einem grösseren Hammer — dem
Luppenhammer — zuerst zusammengehämmert und dann in kleinere Teile —
die Stückluppen — zerschlagen wird. Diese werden mitunter unmittelbar zu
Stangen ausgewalzt, die dann Rohstangen genannt werden. Will man aber ein
besseres, schlackenfreieres Eisen erhalten, so müssen sie aufs neue in Herden
oder Öfen (Schweissöfen) erhitzt (geschweisst) und darauf zu Stangeneisen
ausgestreckt werden, was entweder unter einem kleineren Hammer — dem
Streckhammer — oder in einem Walzwerk geschieht.

Für Lancashire-Arbeit passendes Roheisen soll weiss bis halbweiss sein und
enthalten: 0*2 bis 0*3 \ Silizium, 0*2 bis 0*3 % Mangan, 0*005 bis (Voio % Schwefel,
0*05 bis 0*07 % Phosphor und 4 bis 4*26 % Kohlenstoff.

Gleichzeitig mit der Einführung der Lancashire-Arbeit begann man die
Stückluppen in obenerwähnten sog. Schweissöfen zu schweissen. Ein solcher, von
G. Ekman konstruierter Ofen wird mit kleineren Änderungen immer noch
angewendet und heisst nach seinem Konstrukteur Ekmans Schweissöfen. Ekmans
Schweissöfen umfasst und ist zusammengebaut mit einem Gaserzeuger
(»Kohlenturm» genannt), in welchem der Brennstoff —• Steinkohle, Holz oder Torf oder
ein Gemisch aus diesen — vergast wird.

1 t Stückluppen erfordern gewöhnlich 25 bis 35 hl Holzkohle und 1 100 bis
1 150 kg Roheisen. Die Produktion pro Feuer (mit zwei Formen) und Woche
beträgt im allgemeinen 15 bis 10 t Stückluppen.

Franche-Comté-Arbeit. Nachdem man in England für die Wallon-Arbeit diese
verbesserten Feuer (Lancashire-Feuer) angewandt hatte, begann man in
Frankreich, dieselben Feuer für deutsche Arbeit zu verwenden, und diese abgeänderte
deutsche Arbeit wurde dann 1853 in Schweden unter dem Namen
Franche-Comté-Arbeit eingeführt. Bei der Franche-Comté-Arbeit geschieht demnach das
Schweissen der Luppen im Herde, während das Roheisen einschmilzt. Im
übrigen wird sie auf dieselbe Weise ausgeführt wie die Lancashire-Arbeit. Das
Roheisen muss jedoch etwas mehr siliziumhaltig sein als das
Lancashire-Roli-eisen, und das Schweissen im Herde nimmt mehr Zeit in Anspruch, so dass die
Produktion viel kleiner ausfällt.

In einem Franche-Comté-Feuer werden nur 0 t Stangeneisen pro Woche
erzeugt bei einem Kohlenverbrauch von 150 bis 200 hl Holzkohle pro t. Der
Abbrand beträgt etwa 18 %.

In den 00er Jahren war diese Arbeit in Schweden sehr verbreitet. Die
Ursache hiervon war, dass die Eisenindustrie zu dieser Zeit auf eine Menge
kleiner Hütten verteilt war, von denen viele sogar eine geringere Produktion an
Stückluppen hatten als erforderlich war, um einen Schweissöfen in
kontinuierlichem Betrieb zu halten. Für diese kleinen Hütten passte darum die deutsche

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