Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - 3. Zweitausend Kilometer auf einer Fähre
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meine letzten Befehle; ich sagte ihnen und den eskortierenden Kosaken
Lebewohl, und als der Klang der Kamelglocken in den jungen Wäldern
verhallt ist, besteigen auch wir unser stolzes Drachenschiff, das an
einer Sandbank lag und an seinen Vertäuungen zerrte.
Der Tag war schon weit vorgeschritten, als alle Knoten gelöst
waren und die Fähre auf dem beweglichen Rücken der schweren
Wassermasse von der Strömung ergriffen wurde und mit guter
Geschwindigkeit den majestätischen Fluß hinunterglitt.
Wie es jetzt an Bord aussah? Auf dem Vorderdecke vor meinem
Schreibtische steht Palta, ein hochgewachsener, sehniger Türke, der in
seinen starken Händen eine 6 Meter lange Stange hält, um uns
abzustoßen, wenn uns die Strömung gar zu schnell gegen das
unterwaschene Ufer treibt. An jeder Ecke des Achterteils steht ebenfalls
ein Mann mit einer Stange. Die Besatzung ist vollzählig, wenn ich
noch Kasim nenne, der allein auf der Proviantfähre residiert und
beauftragt ist, oft die Tiefe zu messen, um uns rechtzeitig vor seichten
Stellen warnen zu können. Die Passagiere bilden Islam und Kader,
die plaudernd auf dem Achterdeck sitzen. Doch nein, sie sitzen noch nicht,
sie stehen und schauen flußabwärts, voll Verwunderung über diese
seltsame Art zu reisen; erst nach einigen Tagen, als sie sich daran
gewöhnt hatten, beruhigten sie sich darüber. Wir dürfen auch nicht
vergessen, in die Passagierliste die Namen Jolldasch und Dowlet
einzutragen, meine lieben Hunde, die mir im Zelte treu Gesellschaft
leisten, wenn es nicht gar zu heiß ist, denn dann liegen sie unter dem
Vorderdeck, wo eine kühle, feuchte Kellerluft herrscht.
Auf dem Schreibtische liegen Kompasse, Diopter, Uhr, Fernglas,
Zirkel und Federn in beschaulicher Unordnung um ein großes Stück
weißen Papieres herum — die erste Karte des Flusses, auf der sich
in dem Maße, wie wir weiter treiben, eine Krümmung nach der
anderen entwickelt. Und hier sitze ich, lauernd wie eine Spinne in ihrem
Netze, damit kein Gegenstand an den Ufern und keine Sandbank im
Flusse meiner Aufmerksamkeit entgehe.
Wir waren noch nicht weit gelangt, als Gruppen von Landleuten
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