- Project Runeberg -  Abenteuer in Tibet /
36

(1904) [MARC] Author: Sven Hedin - Tema: Exploration
Table of Contents / Innehåll | << Previous | Next >>
  Project Runeberg | Catalog | Recent Changes | Donate | Comments? |   

Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - 4. Der verzauberte Wald

scanned image

<< prev. page << föreg. sida <<     >> nästa sida >> next page >>


Below is the raw OCR text from the above scanned image. Do you see an error? Proofread the page now!
Här nedan syns maskintolkade texten från faksimilbilden ovan. Ser du något fel? Korrekturläs sidan nu!

This page has been proofread at least once. (diff) (history)
Denna sida har korrekturlästs minst en gång. (skillnad) (historik)

die Mohammedaner bedankten sich dafür, den sicheren Schiffbruch
mitzumachen. Ich selbst konnte auf diese großartige Rutschpartie
natürlich nicht verzichten. Mittelst eines am Achter befestigten Taues wurde
die Fähre von einigen Leuten, die im Wasser wateten, hübsch langsam
nach der Schwelle des Falles hingezogen. Ich stand auf dem
Vorderdeck und hatte die kochenden, tobenden Wassermassen vor mir.
„Los!“ rief ich, und wie ein Aal glitt das Fahrzeug über die Schwelle;
— plätschernd schlug der Vorsteven auf der Wasserfläche unterhalb
des Falles auf; ebenso leicht folgte ihm das Achter. Und damit war
die Sache überstanden.

Karaul-dung ist ein einsamer Hügel am Ufer. Von seinem
Gipfel hat man eine weite Aussicht über das graue, geringelte Band
des Flusses, der sich in die stillen Tarimwälder hineinbohrt. Im
Südosten liegt es wie ein gelber Schein über dem Grün; mit dem
Fernrohr erkennt man gewaltige gelbe Wogen — es ist der
Flugsand des Wüstenmeeres, der unheimlichen, mörderischen Wüste
Takla-makan.

Unterhalb dieses Punktes sieht der Fluß wie ein schmaler
Kanalarm aus und ist manchmal kaum 6 Meter breit. Wir haben aber
auch schon das meiste Wasser abgegeben, das nach Norden geleitet
worden ist, um die Felder von Maral-baschi zu bewässern. Hier heißt
es also mit den Stangen aufpassen, denn die Strömung ist stark, und
die Fähre stößt gegen die Ufer, wenn man nicht achtgibt. Einmal
rannten wir mit solcher Wucht auf dem niedrigen Uferwalle auf, daß
die Fähre beinahe umgeschlagen wäre, da ihr Achter den Druck der
ganzen Strömung auszuhalten hatte.

Doch der Fluß wird wieder breiter. In einer Krümmung mit
heftiger Strömung wird die Fähre dicht an das rechte Ufer getrieben.
Hier stand im Flußbett selbst eine absterbende Pappel, die dem
rauschenden Spiele des Wassers um ihren Stamm lauschte. Sie wurde
zu spät entdeckt, und die Leute konnten das Fahrzeug nicht mehr
rechtzeitig an ihr vorbeisteuern; knirschend schrammte es längs des
Stammes hin, der seine dicken Zweige wie raubgierige Arme über die Fähre

<< prev. page << föreg. sida <<     >> nästa sida >> next page >>


Project Runeberg, Thu Jan 11 14:43:53 2024 (aronsson) (download) << Previous Next >>
https://runeberg.org/abetibet/0050.html

Valid HTML 4.0! All our files are DRM-free