- Project Runeberg -  Abenteuer in Tibet /
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(1904) [MARC] Author: Sven Hedin - Tema: Exploration
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - 4. Der verzauberte Wald

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rutschten rauhe Felswände hinunter, wir ließen uns ohne Vorsicht in
der Dämmerung in Schluchten hinab zum Schaden unserer Beinkleider
und unserer Haut, die beide gehörig zerschunden wurden. Ich hatte
den Vorteil, als letzter zu rutschen, so daß ich von den Blöcken, die
die anderen mit ihren Füßen ins Rollen brachten, wenigstens nicht
direkt totgeschlagen werden konnte. Aber als wir die weniger steilen
Abhänge am Fuße des Berges endlich erreichten, waren die Schädel
meiner Kameraden immer noch in ziemlich guter Verfassung. Nun
begann eine endlose Wanderung in der Richtung nach dem Lager am
Fluße. Die Nacht hatte die Landschaft schon in ihren dunkeln Schatten
gehüllt. Ich hatte Islam Bai befohlen, abends in der Nähe der
Nordspitze der Bergkette ein Feuer im Walde anzuzünden. Stunde auf
Stunde verging, und vergeblich spähten wir nach einem freundlich
einladenden Feuerscheine aus. Solcher forcierter Fußwanderungen
ungewohnt, mußte ich alle 2000 Schritt ein paar Minuten ausruhen; ich
zählte die Schritte, um danach die Entfernung berechnen zu können,
und ich sehnte mich nach dem zweitausendsten, damit ich mich eine
Weile auf dem nachtschwarzen Sande, aus dem die Hitze des Tages
schon verflogen war, ausstrecken konnte. Ich war todmüde; ich lag
auf dem Rücken und bewunderte die unermüdlichen Sterne.

Endlich zeigte sich in der Ferne der schwache Widerschein eines
Feuers. Hat der Leser es je versucht, in dunkler Nacht einem
Feuerscheine entgegenzugehen? Er reizt im höchstem Grade und macht
den Wanderer an die Nähe des Ziele glauben. Stunde auf Stunde
geht man, aber das Feuer scheint immer gleichweit entfernt zu bleiben.
Schließlich fängt man an, daran zu zweifeln, daß es wirklich ein
Feuerschein ist; es muß ein Elmsfeuer sein, das beständig vor
uns zurückweicht. Doch nein! Jetzt lassen wir einen kleinen Hügel
hinter uns, und nun zeigen sich der Kern des Feuers und seine hellen,
lodernden Flammen. Wir rufen, erhalten aber keine Antwort, wir
beschleunigen unsere Schritte und setzen uns dann wieder eine Weile
und betrachten mit Freude das Licht. Ach, wenn wir doch erst dort
wären! Schließlich erreichen wir die Grenze, bis zu der die äußersten

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