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Als die Dunkelheit undurchdringlich wurde, kommandierte ich Halt.
Die Kähne eilen wie Irrlichter über das Wasser, und die Laternen
schwanken und schaukeln auf ihren Stangen. Sie schlüpfen wie
Glühwürmchen durch das Schilf. Endlich halten sie an; ja, der Platz ist
schon gut, aber es fehlt dort an dürrem Holze. Um die Gegend zu
erhellen und mit besserem Erfolge nach Brennholz absuchen zu können,
zünden die Leute das ungeheuer dichte Schilf an, das an den Ufern
wuchert. Knisternd, knallend und pfeifend wird dieses dürre Schilf
von den entfesselten Flammen verzehrt. Es war ein riesenhaftes
bengalisches Feuer, und sein wilder, gelbroter Schein fiel auf das
dunkle Wasser und beleuchtete intensiv die Tausende von
Treibeisschollen, die in rastlosem Zuge dahintrieben. Sie kamen und
verschwanden wie Kränze, nicht von Immortellen, sondern von
vergänglichem Eise.
Welch eine Veränderung war eingetreten, seit wir Lailik verlassen
hatten! Damals war es noch Sommer, und der Wald stand grün
auf beiden Ufern des ruhigen, stillen Jarkent-darja. Jetzt war es
bitterkalt, die gelben Blätter waren abgefallen, im Süden erhoben sich
noch immer, soweit das Auge reichte, ganze Gebirge von gelbem
Sande, und ununterbrochenes Summen erfüllte die Luft. Die
Eisbänder der Ufer näherten sich einander, und die Teile des Flusses, die
langsame Strömung hatten, waren schon mit einer glashell glänzenden
Eisdecke überspannt. Wo der Fluß gerade ist, sieht man das
weiße Band bis weit in die Ferne glänzen — eine echte Milchstraße.
Das Summen des Treibeises wird nur dann und wann von dem
eigentümlichen Geräusch übertönt, das entsteht, wenn unsichtbare Kräfte
neue Netze von spiegelblankem Eise über ruhige Wasserflächen des
Flusses spannen.
Bei Karaul traf ich wieder einen alten Bekannten, meinen
redlichen, treuen Diener Parpi Bai, der mich 1896 begleitet hatte. Er
brach in Tränen aus, als er an Bord kam und seine alten
Reisegefährten, mich und Islam Bai, wiedersah. Er sah prächtig aus mit
seinem graugesprenkelten Barte, dem dunkelblauen Pelzrock und der
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