- Project Runeberg -  Abenteuer in Tibet /
202

(1904) [MARC] Author: Sven Hedin - Tema: Exploration
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - 16. 5500 Meter über dem Meere

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202 Sechzehntes Kapitel.
war fein Schnee gefallen, alle Bachfurchen waren troden. Endlich
machte Turdu Bai am Ufer eines Flusses Halt.
Bor ums erhebt fich eine neue Bergfette, die wir, nach einem
notwendigen Rafttage, überjchreiten müssen. Also wieder in ben
Sattel und aufwärts über Berghalden, Pässe und jchredliche Klüfte!
Bald wird gemeldet, daß ein Pferd nicht weiter fann. Kaum ist es
totgeftochen, jo legt fich ein zweites, um nicht wieder aufzuftehen.
Hinter diefem Passe war es jedoch nicht mehr weit bis an Weideland,
und ich sehnte mich glühend danach, unjeren fterbenden, im Begräb-
nisfchritte schwankenden Tieren ihren wohlverdienten Lohn zu jchenfen.
Ein drittes Pferd, das nicht beladen war, brach zusammen und wurde
jofort getötet. Als wir den Paß erreichten, fehlte noch eins, mein
treues Wiüftengrauchen, das beide Wüftenreifen mitgemacht und das
Ordefs geschnitzte Bretter nicht hatte tragen wollen.
In dem Lager gab es feine Spur von Weide. Ich unterjuchte
mit Turdu Bat den Neft unseres Reisvorrates. So viel, wie nur
irgendwie zu entbehren war, wurde an die leßten Pferde verteilt, Die,
gebunden und mit Filgmatten zugedeckt, daftanden und die Köpfe
hängen ließen, Am Morgen lag eines fteif gefroren tot in der Neide,
den Hals ausgeftredt und die Augen ftarr. Niemand hatte gemerft,
wann und wie jeine Leiden endeten, und die noch lebenden Kameraden
ichenkten ihm feine Beachtung. Sie waren zu müde und hinfällig,
um Teilnahme zu empfinden; fie fchienen sich nur nad) Ruhe zu jehnen
und jtarben ohne Seufzer, ohne Klagelaut, während es mir unjagbar
Ichmerzlich war, an ihrem Untergange jchuld zu jein. Bewunderungs—
würdig in ihrer Nefignation lagen die Kamele, wie gewöhnlich, nod)
regungslos in derjelben Stellung wie am Abend vorher. Sie waren
vom Reif weißgepudert und warfen jehnjüchtige Blide talabwärts, wo
wir für die legten Veteranen Rettung zu finden hofften. Wie lange
würden wir auf diefe Weife aushalten können? Die Tagemärjche
wurden immer fürzer, die Kälte immer größer. Am 8. Dftober hatten
wir —18,5°. Wir zogen ein enges, tief zwijchen jenfrechten Fels—
wänden eingejchnittene® Tal hinab. Die Begräbnisgloden gaben ein

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