- Project Runeberg -  Abenteuer in Tibet /
316

(1904) [MARC] Author: Sven Hedin - Tema: Exploration
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - 25. Wir treffen Nomaden

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316 Fünfundzmwanzigjtes Kapitel.
schlafen im Stehen, und ihr eintöniges Atmen wirft einjchläfernd. Auch
meine Augenlider begannen jchwer zu werden, aber ich würde mic)
jelbjt wie einen Hund verachtet haben, wenn mich jemand im Schlafe
überrajcht hätte.
Um 11’/, Uhr ftreifte ich in der Dunkelheit umher, fest entschlossen,
erit dann ins Zelt zurüdzufehren, wenn die Mitternachtsjtunde mir
meine Befreiung verfündete. Als meine Wache vorbei war, setzte ic)
mich neben dem Lichtftumpfe nieder, mein Belz triefte, und es gludite,
jowie ich mich bewegte. Sch mochte Schagdur nicht wecden, er jchlief
jo fejt, und ich hatte mich gerade überredet, jeine Wache um eine
halbe Stunde zu verkürzen, als die Hunde wütend zu bellen begannen.
Der Lama erwachte und eilte mit jeinem Gewehre ins Freie, ich löschte
die Zaterne aus und folgte ihm mit dem Revolver. Wir jchlichen ung
nach der verdächtigen Seite in Lee; dort war deutlich Pferdegetrappel
und im der Ferne Hundegebell zuhören. Tibetische Reiter beobachte-
ten das Lager aus etwa einigen 100. Meter Entfernung. Der Lama
mußte wieder nach dem Zelte zurüd, und ich ging mit Schagdur, ge—
(egentlich ftehen bleibend und laufend, in Lee weiter. Jetzt hörten
wir das Pferdegetrappel fich eilig entfernen; alles wurde ruhig, und die
Hunde hörten auf, zu bellen. Nun mußte Schagdur Wache halten, und bei
dem eintönigen Geräusche jeiner langjamen, langen Schritte fchlief ich ein.
Schon um 5 Uhr, als der Lama uns weckte, machten wir uns
jertig und brachen auf. Man fühlt fich betäubt und froftig nach einer
solchen Nacht, die jelbft für einen, der fich im Dunkeln nicht fürchtet,
ungemütlich ift. Wir jehnten uns nach der Sonne, aber der Tag
blieb düfter und trübe, und die Wolfen hingen jo schwer herab, daß
man meinte, fie müßten gerade herunterfallen. Alle Augenblide ent-
luden fie fich und hingen dann jo tief, daß wir das Gefühl Hatten,
hier jei „die Dede zu niedrig“. Wir reiten immer tiefer im diejes
unbefannte Land hinein und find überzeugt, daß früher oder jpäter
etwas Auherordentliches eintreffen muß. Und ebenjo gewiß ift es,
daß wir bewacht find, obwohl unjere Verfolger fich nicht zeigen;
wahrjcheinlich wollen fie eine pafjende Gelegenheit abwarten.

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