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— 332 —
politischen Kämpfen hatten, durch Volksgedränge verursacht
worden. Sowohl die Bevölkerung der Welt und die Verbreitung
der Kultur, wie die großen Bewegungen, die wir
Völkerwanderungen nennen, haben hierin ihre treibende Kraft gehabt.
Aber auch die Auswanderung der Gegenwart aus Europa und
China hat mindestens teilweise darin ihren Grund. Den einzigen
sicheren Fall in Europa bietet Irland nach der Kartoffelkrankheit
1845 dar, obschon auch hier politische Ursachen mitwirkten, und
möglicherweise das heutige Italien. Was Schweden betrifft,
kann es wohl, tlQchtig betrachtet, so aussehen, als wenn seine
große Auswanderung seit 1860 eine Äußerung der Übervölkerung
wäre. Untersucht man aber die Sache näher, so kommt man
zu einem wesentlich anderen Resultat Zwar wurde die
Bewegung durch die Mißjahre 1867 und 1868 und die momentane
Übervölkerung, die hiermit folgte, geweckt. Doch ist zu erwägen,
daß weder das Schweden von 1S60 andere Anzeichen einer
absoluten Übervölkerung darbietet, noch die Emigration trotz des
starken ökonomischen Aufschwunges, der gleich darauf erfolgte,
abnahm. Diese Tatsache, daß die Emigration in der folgenden
Zeit sich fortsetzte, obwohl der Nahrungsspielraum und der
Wohlstand ungeheuer gestiegen waren, charakterisiert die
schwedische Emigration in den 70er jahrén und später als eine
Äußerung einer höchstens relativen Übervölkerung oder des
Strebens. eine schon vorher verhältnismäßig hohe Lebenshaltung
noch mehr zu erhöhen. Die Arbeitslöhne in Schweden sind
augenblicklich höher als in Ländern des Kontinentes,
möglicherweise mit Ausnahme Frankreichs. Deshalb ist diese Emigration
am ehesten eine Wirkung der sich in dem schwedischen
Gemeinwesen so stark zu erkennen gebenden Bewegung nach oben.
Kann man nicht in anderer Weise zur Herrschaftsstellung oder
im allgemeinen zur Selbständigkeit kommen, so reist man nach
Amerika mit dessen vielen Möglichkeiten, in der Hoffnung, dorL
die Gesellschaftsleiter emporsteigen zu können. Die Emigration
ist in Schweden in mehr als der Hälfte aller Fälle eine Form
des sozialen Umsatzes, woran nicht die Übervölkerung schuld ist,
sondern die Unmöglichkeit, in der Heimat den ersehnten
Übergang in eine höhere Klasse, die der Herren oder Bauern,
bewerkstelligen zu können. Die andere Hälfte wiederum besteht
aus solchen, die von Verwandten entboten oder geholt werden.
Die schon große schwedische Bevölkerung in Amerika wirkt als
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