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338 —
wie später der römischen Welt war der wachsende
Volks-tnangel. Aber dieser ist seinerseits eins Folge der fehlenden
Regeneration. Denn wie sehr auch Pest und Krieg bei
verschiedenen Gelegenheiten, und besonders in der Mitte des zweiten
Jahrhunderts nach Chr. die Volksanzahl dezimieren, so wären
diese Lücken schnell wieder ausgefüllt worden, falls die
Regeneration stark oder selbst normal gewesen wäre. Bei einem
lebenskräftigen Volke, geht die Zunahme nach solchen Aderlassen
eher in einem noch schnelleren Tempo vor sich, so daß die
Volkszahl gewöhnlich in kurzer Zeit wieder dieselbe Höhe hat
wie früher. Diese Unglücksfälle hätten deshalb wenig zu
bedeuten gehabt, falls nicht die Regeneration zu versiegen
begonnen hätte. Die fehlende Regeneration war es, die in diesem
Fall, wie sicher immer, wenn eine Kultur untergeht, die
unmittelbare totbringende Krankheit war. Gewöhnlich kommt
dann das Ende selbst ganz plötzlich durch äußere Gewalt,
nachdem die innere Widerstandskraft gebrochen ist. In dem
vorliegenden Lalle ging es auf andere Weise zu. Da der Bedarf an
Armen für Ackerbau und Gewerbe nicht länger durch eigene
Regeneration gedeckt werden konnte, ergriff man den Ausweg,
denselben durch immer stärkeren Import von Barbaren zu
ersetzen. Dies traf besonders im römischen Weltreich nach dem
Markomannenkrieg 167 n. Chr. ein. Man versah sich aus der
germanischen Völkerkammer mit dem nötigen Menschenmaterial.
Große Teile des Reiches wurden zwar auf diese Weise wieder
bevölkert, mit welcher Wirkung aber? Zum Verständnis der Folgen
dieser Infiltration halbzivilisierter Völker und Individuen, welche
durch den sozialen Umsatz dann rasch in alle Lager der
Gesellschaft hinaufgeführt wurden, bedarf es keiner langen Forschungen
und Ermittelungen. Der kurze Weg vom Triumphbogen des Titus
bis zu dem des Constantin in dem jetzigen Rom gibt genügenden
Aufschluß darüber. Die kunstgeübten Hände, die den ersteren
erbaut hatten, waren zweihundert Jahre später durch rohe
Barbarenhände ersetzt worden, welche die Vorbilder nicht einmal
anständig nachzuahmen verstanden. Die antike Zivilisation war
wie ein künstlerisches Bauwerk, das die Menschen nicht länger
zu unterhalten verstanden. Daß aber die Kenntnis hiervon
verloren ging, beruhte darauf, daß die Völker, die sie besaßen, ihr
Geschlecht nicht fortpflanzten, sondern statt dessen die Barbaren
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