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dern als der von jenem Heiligen beliebten und
gutgeheis-senen Weise der Frömmigkeit. . Nur auf diesem Kreise,
innerhalb dessen Alles and Alle heilig waren, wähnte man,
ruhe das göttliche Wohlgefallén; nur in diesem Heerlager
der Heiligen ftihlte man sich wohl. ”Nichts galten die
hei-ligsten Verbindungen der Verwandtschaft”, heisst es in der
Evang. Kirchen-Zeitung a. a. O., ”die zarten Rechte der
Freundschaft und Liebe. Es war nur eine wahre
Verbin-dung gestattet, die mit dem Kreise, nur eine Liebe, die ftlr
das System.”
Neben diesem ftlr alle Anhänger Ebels bestimmten
Wege strenger und hochmtithiger Selbstgerechtigkeit zum
Ziele der Vollkommenheit gab es noch einen andern und
höheren, denen bereitet, die fahig und wtlrdig waren, das
gottselige Gebeimniss der urwesentlichen Wahrheit zu
fas-sen. Denn es war ja natUrlich, dass es ftlr die
Haupt-und Lichtnaturen eine andere und höhere Vollkommenheit
geben musste, als ftlr die abhängigen und finstern
Naturen. In der Bestimmung dieser Vollkommenheit sehen wir
das Schönherrsche System die andere Seite seiner ethischen
Eigenthtimlichkeit geltend machen. Wie nämlich dasselbe
einerseits zum crassesten Pelagianismus ftlhrte, so konnie es
auch, wo nur die subjectiven Bedingungen dazu vorhanden
waren, einen entweder offenen oder verdeckten
Antinomis-mus und Vernichtung der Sittlichkeit hervorrufen. Denn
wenn dieStinde zuletzt aus der Verdunkelung des
Bewusst-seyns der urwesentlichen Verhältnisse entspringt und zur
Tilgung derselben nur die Festhaltung dieses Bewusstseyns
nöthig ist: so konnte auch dasjenige, was auf dem
Christ-lichen, so wie tiberhaupt nur auf dem gewöhnlichen
sittli-chen Standpunkte als Slinde erscheint, zur Tugend, ja, zur
wahren Vollkommenheit gestempelt werden, sobald es nur
mit dem klaren, urwesentlichen Bewusstseyn vollzogen ward.
Eine Consequenz, die zwar nirgends so nackt und
schlecht-hin ausgesprochen, von der aber in der That in einer
bestimmten Beziehung ein scbnöder Gebrauch gemacht
wor-den ist, und die darum als gerechtfertigt erscheinen muss.
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