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OTTO HANDWERKER
der Erschliessung harren. Im Rahmen des Pontifikats Gregor XIII. (1572—
1585) zeichnet Ludwig Freiherr von Pastor im neuesten, neunten Bande
seiner grossen Papstgeschichte mit gewohnter Meisterschaft ein Bild der
Anfänge des bedeutenden Würzburger Kirchenfürsten und schildert seine kluge
Zurückhaltung in den ersten Jahren, seine mit immer wachsender Kraft
einsetzenden Bemühungen um die Erneuerung des kirchlichen Lebens in
seinem Sprengel, wie sein nicht völlig einwandfreies Verhalten in der Fuldaer
Angelegenheit.1 Eine Art Epilog zu den Festschriften des Jahres 1917 bildet
schliesslich eine eben erschienene Abhandlung von Friedrich Hefele: Julius
Echter von Mespelbrunn (Ein Baustein zu seiner Biographie),2 die sich
zum Ziele setzt, auf Grund neuer Quellen einige Linien im Bilde Julius
Ech-ters schärfer hervorzuheben und psychologisch den Leitmotiven nachzugehen,
die letzten Endes immer sein Verhalten bestimmten. Hefele weist auch nach,
wie Julius »ebensosehr aus persönlichen Neigungen, aus kirchenpolitischen
und praktischen Interessen wie auch aus fürstlichem Standesbewusstsein»
der Pflege von "Wissenschaft und Kunst oblag, und bringt hiefür aus der
Literatur und aus Briefen des Fürsten reiche Belege.
Durch diese Veröffentlichungen wird uns neuerdings eindrucksvoll vor
Augen geführt, dass der Regierung des grossen Julius an weitaussehenden
Plänen, Kraft des Entschlusses und nachhaltiger Wirkung keine der
Füst-bischöfe gleichkam, die vor ihm und nach ihm den Krummstab des
Würzburger Bischofs mit dem Seh werte des Herzogtums Ostfranken zusammen
führten. Seine Hofbibliothek wird in den neuen Schriften nur flüchtig
gestreift, auch Hefele gedenkt ihrer nur kurz, wo er seine Bemühungen um Pflege
der Wissenschaft und Kunst darstellt. Und doch können wir in ihr ein
Spiegelbild der hohen Ideen und geistigen Interessen des Fürsten erblicken.
Zudem, haben Forschungen von schwedischen Gelehrten, vor allem des Reich s
-bibliothekars Dr I. Collijn in Stockholm und des Oberbibliothekars Dr O.
Walde in Uppsala so viel Licht über ihre Schicksale verbreitet und so
aufschlussreiche Ergebnisse über ihre Bestände gefunden, dass es mir geboten
erscheint an Hand der Literatur und unter Benützung einiges Neuen, das
ich selbst beizusteuern vermag, nunmehr auch die Frage nach Umfang,
Gehalt und Geschick dieser ofterwähnten Bücherei zusammenfassend
nachzuprüfen.
Die Hofbibliothek, die Julius in seinem festen Residenzschlosse auf dem
1 Bd IX (1923), S. 535-542, 553—560.
2 Archiv des Historischen Vereins von Unterfranken u. Aschaffenburg, Bd 64 (1924),
S. 37-66.
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