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14 OTTO HANDWERKER
Menschenleben, sondern auch zahlreiche Kostbarkeiten, die ganze Bibliothek
und viele wichtige Urkunden zum Opfer fielen. Die wenigen erhaltenen
Wirsbergbücher gehören eben zu den kärglichen Resten der alten
Hofbibliothek, welche die Unglücksnacht durch irgendeinen rettenden Zufall
überdauert haben. Julius Echter musste tatsächlich, wie seine Lobredner immer
gepriesen haben, seine Hofbibliothek ganz von neuem aufbauen.
Ein Katalog, den die Würzburger Universitätsbibliothek unter der
Signatur : M. eh. f. 641 bewahrt, beweist, dass die Echter tatsächlich auf ihrem
Stammschlosse Mespelbrunn eine Büchersammlung beträchtlichen Umfangs
besassen. Der Vicedom Hamann Echter hatte es von Kurfürst Johann IL
von Mainz 1412 zum Geschenk erhalten, durch des Julius Vater Peter Echter
war es stattlich ausgebaut worden.1 Eine alte Aufschrift »Catalogus
Bi-bliothecae in Mespelbrü» steht auf dem Vorderdeckel des
Schweinslederbandes mit Blindpressungen. Der Name des Ortes wird auf der Innenseite
des Vorderdeckels und auf Blatt 3a in einer Anmerkung am Rande
wiederholt. Der Innenseite des Vorderdeckels hat der Würzburger Bibliothekar
und Professor Dr Reuss um 1840 beigeschrieben: »Von Bl. 4a an finden
sich von F.—B. Julius eigner Hand Bücher in dies Verzeichnis seiner
berühmten Familienbibliothek zu Mespelbrunn eingetragen.» Um es gleich
vorwegzunehmen, so zeigen wohl manche Einträge eine gewisse Ähnlichkeit
mit der Hand Julius Echters, doch weichen sie wieder gerade in den für den
Fürsten charakteristischen Buchstaben I und W so sehr davon ab, dass
eine Gleichsetzung nach meinem Dafürhalten nicht angängig ist. Der
Katalog ist von einer zugigen Schreiberhand um 1610 geschrieben2 und führt
»nominalis et realis simul» die Bestände nach den 8 Klassen der Theologi,
Juridici, Medici, Historici, Philosophi cum Humanioribus, Germanici, Itali aut
Franci, Encyclii sive Miscellanei getrennt auf und innerhalb jeder Klasse
alphabetisch nach dem Vornamen der Verfasser, fast durchwegs unter
Weglassung von Druckort und Erscheinungsjahr. Durchkorrigiert und mit
Nachträgen versehen wurde das Verzeichnis von einer Gelehrtenhand gleichfalls
noch im Anfange des 17. Jahrhunderts. Der ursprüngliche Bestand, die alten
Nachträge miteingerechnet, lässt sich ziffernmässig nicht so genau erfassen,
da manche Blätter ganz oder teilweise ausgerissen wurden und
Mehrfacheintragungen nicht selten sind. Doch müssen es mindestens 1500 Bände
gewesen sein, grossenteils Folianten, mehr als 1/s zur theologischen, je etwa 1/q
1 Vgl. W. Schulte vom Brühl, Deutsche Schlösser und Burgen, Bd 2 (Lpz. 1890),
S. 171—199 m. Abb.
3 Der jüngste datierte Eintrag steht Bl. 134b: 4° Scipionis Amirati in Cornelium
Taci-tum discursus ex Italico in Latinum versi. Hellenopoli [Mainz], Schönw[etter] 1609.
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