- Project Runeberg -  Nordisk tidskrift för bok- och biblioteksväsen / Årgång XII. 1925 /
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(1914-1935)
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40 OTTO HANDWERKER

Deutschordenschronik, vielleicht auch die Dorpater Briefsammlung. Aus
seiner Korrespondenz wissen wir, dass er sich lebhaft um Abschriften
bemühte und dabei sein Augenmerk vorzüglich den Quellen heimischer
Geschichte zuwandte. L. Jacob erzählt uns auch, er habe mehrere orientalische
Manuskripte gekauft. Dieser Befund wird wahrscheinlich seinen
tatsächlichen Handschriftenbesitz bei weitem nicht erschöpfen und es wird vielleicht
durch neue Funde noch manches aufgezeigt werden können. Aber die
Behauptung, Julius habe kostbare Manuskripte in grosser Zahl gewonnen, muss
schon auf Grund der bisherigen Feststellungen bestritten werden, so oft sie
auch wiederholt worden ist. Wir finden vielmehr auch für die Handschriften
seine eigene Äusserung bestätigt, dass er »nur wenig alte, sondern meist neue
Werke besass.

Die Frage nach Umfang und Gehalt der Hofbibliothek Julius Echters
wird sich wohl niemals mehr restlos aufklären lassen, wenn nicht ein
glücklicher Zufall vor allem einen Katalog der Sammlung oder das von Johann
Matthiae 1631 aufgenommene Inventar zu Tage fördert. Dass dieser vom
König den Auftrag zu neuer Registrierung bekam, lässt vielleicht den Schluss
zu, dass auch die Schweden keinen Katalog vorfanden. Was wir heute
feststellen können, ist im Wesentlichen Folgendes:

Julius hat sogleich nach seinem Regierungsantritte mit dem Ansammeln
einer Hofbibliothek begonnen eigenen Neigungen dabei ebenso folgend wie
praktischen Erwägungen, da die alte Hofbibliothek kurz vor dem Tode
seines Vorgängers, Friedrich von Wirsberg, bei dem grossen Brande auf dem
Marienberge am 22. Februar 1572 bis auf ganz geringe Reste zugrunde
gegangen war. Er hat ihr bei der Begründung Teile seines privaten
Bücherbesitzes zugeführt und ihr seine fördernde Gunst bis zu seinem Tode erhalten.
Aufgestellt war die Bibliothek im zweiten Obergeschosse des Südflügels
des Schlosses auf hohen Gestellen und muss mit ihren gleichförmigen, reich
mit Supralibros und Goldpressungen verzierten Einbänden eindrucksvoll
und prunkend gewirkt haben. Nach den erhaltenen Signaturen sollte sie
systematisch aufgestellt und recht fein nach Abteilungen, Klassen und
Nummern gegliedert werden. Doch scheint die Katalogisierung nicht den ganzen
Bestand erfasst zu haben und nur für gewisse Abteilungen der Theologie
zur Durchführung gekommen zu sein. Kataloge sind nicht erhalten, der
Name des Bibliothekars ist nicht überliefert.

Mit Ausnahme der Dedikationsexemplare sind die Bücher durchwegs
in schöne, weisse Schweinslederbände mit Blindpressungen gebunden, wie

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