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— 176 —
Die vergleichende Melodienforschung ist jetzt erst noch
im Anfangsstadium. Die neue Richtung in der Volkskunde,
die den Volksmelodien einen bedeutenden Platz einräumt,
hat hier einen unermesslichen Wirkungskreis. Ebenso wie
in der neueren Sagenforschung, wo man sich auf die Theorie
von der Wanderung der Motive stützt — und das mit Recht
— so erregt ebenfalls das Studium der
Melodien-Wanderun-gen ein reiches Interesse. Anknüpfungspunkte giebt es
überall. Man hat ja auch gefunden, wie einige Melodien bei
verschiedenen Nationen auftreten, manchmal in veränderter
Gestalt. Sie waren auf ihren Wanderungen Gäste bei Hoch
und Niedrig. Bald tönten sie tief in den nordischen Wäldern,
bald schwebten sie von den Wellen getragen bei uns zu
Hause über „die tausend Seen“, bald klangen sie in der
deutschen Haide oder wurden sie im Hochland von den Hirten
gesungen.
Es gilt demnach alle diese Melodien zu sammeln, ihre
Verbreitung zu studieren, und sie womöglich dem Volke
wiederzuschenken; hier haben wir eine Aufgabe, die in allen
Ländern die grösste Beachtung verdient und wobei die
verschiedenen Nationen sich in gemeinsamer Arbeit die Hände
reichen können.
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