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254 A. Phalen,
von dem Subjekt Unabhängigen möglich ist, und diese Frage muss
dieselbe sein wie die nach der Möglichkeit einer apriorischen Syn-
these, danach, wie das Erkenntnisvermögen durch sich selbst sich
ein Objekt geben kann. — Schon damit, dass es apriorische Be-
dingungen dafür geben soll, dass Gegenstände uns sollen gegeben
sein können, nämlich Raum und Zeit, ist angenommen, dass Ge-
genstände uns nicht gegeben sein können, ohne wenigstens ihrer
Form nach durch das Erkenntnisvermögen selbst gegeben zu sein.
»Sofern nun die Sinnlichkeit Vorstelhmgen a priori enthalten
sollte, welche die Bedingung ausmachen, unter der uns Gegen-
stände gegeben werden, so würde sie zur Transszendentalphiloso-
phie gehören.»^ »Bei dieser Untersuchung wird sich finden, dass
es zwei reine Formen sinnlicher Anschauung als Prinzipien der
Erkenntnis a priori gebe, nämlich Raum und Zeit, — — —.»^
Das Problem, wie das Erkenntnisvermögen sich selbst einen
Gegenstand geben, oder wie es durch sich selbst etwas von ihm
Unabhängiges auffassen kann, liegt also bereits in der Annahme,
dass Objekte uns gegeben sind, und ist daher nicht nur eine Frage
danach, wie eine bestimmte Erkenntnis eines von dem Subjekt
Unabhängigen möglich ist, sondern wie Erkenntnis überhaupt von
einem von dem Subjekt Unabhängigen möglich ist. Ferner kann
man sagen, dass die Verbindung, die Synthese der aposteriorischen
Elemente in der Anschauung eben durch Raum und Zeit geschieht.
Später erweist sich die Einheit des Raumes und der Zeit als nur
durch die Kategorien möglich. Jedenfalls ist die Synthese als
solche gegeben nur durch die apriorischen Elemente der Erkennt-
nis. Nur das, was synthetisiert wird, ist aposteriorisch. Die Syn-
these ist demnach als solche apriorische Synthese. Die Frage nach
der Möglichkeit apriorischer Synthese ist somit dieselbe wie die
Frage nach der Möglichkeit von Synthese überhaupt. Die Syn-
these war aber Erweiterung der Erkenntnis, und durch diese wird
ein neues Objekt gegeben. Ist es aber Problem, wie ein neues Ob-
jekt gegeben sein kann, so ist es auch Problem, wie überhaupt
ein Objekt gegeben sein kann. Dann ist auch die Frage, wie das
Erkenntnisvermögen durch sich selbst sich ein Objekt geben oder
es auffassen kann, dieselbe wie die, wie das Erkenntnisvermögen
überhaupt ein Objekt auffassen kann. Können in der Erfahrung
Objekte uns gegeben sein, so ist es kein Problem, wie in der Er-
»
S. 63.
2 S. ()9.
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