- Project Runeberg -  Studien über das ungehörnte Rindvieh im nördlichen Europa unter besonderer Berücksichtigung der nordschwedischen Fjellrasse, nebst Untersuchungen über die Ursachen der Hornlosigkeit /
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(1896) [MARC] Author: Erik Oskar Arenander
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Vererbungs-Erscheinungen bei Paarung von ungehörnten mit gehörnten Rindern - Schlußfolgerungen

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mischt, ohne daß sie ihre ursprünglichen charakteristischen Merkmale verloren haben und ohne
daß sie Zwischenformen bilden.

4. Auch bezüglich der Frage: „Welche Farbe ist bei den ungehörnten Rindern
als die älteste, als Urfarbe zu bezeihnen?“ liefern die Vererbungserscheinungen
gute Erklärungen. Die ausführlichen Kreuzungsversuche von Ultuna, die Mittheilungen aus
Lappland von Friesendahl, aus Rußland von A. v. Middendorff, und die Nachrichten
aus England geben zu verstehen, daß die weiße Farbe mit den rothen Ohren als
die Urfarbe zu betrachten i}, weil sie sich sicherer als die übrigen Farben zu vererben
scheint. Weitere Ermittelungen in dieser Beziehung wären noch wünschenswerth.

5. Ferner, aus einem fünften Gesichtspunkt geben die Vererbungsverhältnisse interessante
Andeutungen.

Wenn wir glauben, daß die ungehörnten Rinder die älteren find und daß die ge-
hörnten aus diesen entstanden sind, so müssen wir aunechmen, daß die Hörner durch „spontane
Variation“ entstanden und daß sie darnach erblih geworden sind. Die Frage kann dann
aufgeworfen werden, ist diese Behörnung von den männlichen oder weiblichen
Thieren ausgegangen

Aus dem, was wir im Kapitel TI bezüglich der Bedeutung der Hörner im Natur-
zustande auseinandergeseßt haben, geht hervor, daß die Verbreitung der Hörner besonders
der geschlechtlichen Zuchtwahl zuzuschreiben i}, und daß die Hörner besonders durch die
männlichen Thiere verbreitet und erst darnach auf die weiblichen übertragen wurden. (Lin
so hervorragender und vorsichtiger {Forscher wie Professor Boyd-Dawkins*), hat auch dic-
selbe Ansicht ausgesprochen, da er sagt: „Es scheint mir äußerst wahrscheinlich, daß die
Hörner ursprünglich nur ein geschlechtliches Merkmal der männlichen Thiere waren, das
\chließlih, wie so viele andere Merkmale auch auf die weiblichen Thiere übertragen wurde.“
Auch Rütimeyer**) ist derselben Ansicht, da er geltend macht, daß „den Hörnern vorwiegend
nur sexuelle Bedeutung zukommt“.

Gewisse Thatsachen bei der Vererbung scheinen dafür zu sprechen, daß diese Auf-
fassung richtig ist. —

Wenn es nämlich wahr ift, daß die Hörner ein früheres Merkmal bei den Stieren
als bei den Kühen waren, so ist zu erwarten (da keine gegenwärtig ungehörnte Heerde als
frei von Einmischungen mit gehörnten Rindern — in früherer oder späterer Zeit — betrachtet
werden fann), daß dieses Verhältniß sich dadur<h fundgiebt, daß die Stiere eine größere
Neigung zum Gehörntsein haben als die Kühe. Und in der That verhält es sih auch so.
Ich habe shon erwähnt, daß unter den 37 Kuhschädeln die ih untersucht habe, kein einziger
eine Spur einer Zwischen-Form zeigte. Unter den 10 Stierschädeln, die ih untersucht habe,
hatten nicht weniger als zwei **) (also 20 °/,) eine so ausgeprägte Zwischenform, daß ich sie
aus den Messungs-Tabellen ausgeschlossen habe, weil sie niht als reine, ungehörnte Stier-
schädel angesehen werden konnten. Die Stirn war beinahe ganz so wie bei den gehörnten

*) American Naturalist 1887, S. 894.

**) Rütimeyer, die Rinder der Tertiärzeit, S. 16.
***) Abgesehen von einem Stierschädel aus Schweizer Pfahlbauten.

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