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— 137 ~
Vermögen des Leidens dieselben Fortschritte ge-
macht hat, wie das der erwachsenen Menschen!
Die zahlreichen Kinderselbstmorde in den letzten
Jahrzehnten sind oft gerade aus Furcht vor körper-
licher Züchtigung oder nach einer solchen ge-
schehen, und die Seele leidet in ebenso hohem
Masse wie der Körper unter derselben. Wo dies
nicht der Fall ist, sind Schläge noch gefährlicher,
denn da tragen sie nur dazu bei, das Schamgefühl
noch weiter abzustumpfen, und die Brutalität oder
die Feigheit des Gestraften zu erhöhen! In einer
Schule hörte ich einmal von einem Kinde sprechen,
welches in jeder Beziehung so abstossend sei, dass
man sich darüber einigte, dass ihm „eine Tracht
Prügel" nur gut thun könnte — bis man erfuhr,
dass die Schläge des Vaters es zu dem gemacht
hatten, was es war! Und wenn man eine Statistik
über die „verlorenen Söhne" anstellte, wären der
Verprügelten gewiss viel mehr als der Verzärtelten.
Die Gesellschaft hat immer mehr die „vergel-
tenden" Strafen aufgegeben, weil man eingesehen
hat, dass sie weder das Schuldgefühl wecken, noch
abschrecken, sondern dass im Gegenteil die „Ver-
geltung" von Gleichem mit Gleichem die Rechtsbe-
griffe verwildert, die Sinne verhärtet und zu ähn-
lichen Gewaltthaten gegen andere aufstachelt, wie
die, die man selbst erdulden musste. Aber für die
psychologischen Prozesse des Kindes nimmt man
andere Gesetze an! Wenn ein Junge seine kleine
Schwester schlägt, schlägt die Mutter ihn — und
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