Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - V. Die Seelenmorde in den Schulen
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besten Beweise liefert. Alle noch so gut verkleide-
ten Tugenden und Eigenschaften enthüllen sich
wunderbar rasch den Kindern als „langweilig". Für
Fabeln haben Kinder selten Geschmack, am wenig-
sten jedoch für Abhandlungen. Das Auftreten des
Fuchses oder des Bären in einem Märchen oder in
einer wirklichen Begebenheit macht sie zu den ver-
trauten Freunden der Kinder, während selbst die
lebendigste und kindlichste Abhandlung über
„Der B ä r" oder „Der F u c h s" sie unberührt
lässt, falls nicht ihre persönliche Erfahrung vom
Lande oder von einem zoologischen Garten ihnen
zu Hilfe kommen kann. Diese Wahrheit ist so aner-
kannt und von so vielen Gesichtspunkten bewiesen,
dass ich hier bloss bemerken will, dass auch das
Märchenerzählen neue Beweise für dieselbe liefert.
Schliesslich zeigen die Kinder beim Märchener-
zählen eine feinfühlige Empfindlichkeit gegenüber
aller Herablassung, allem Herabsteigen zum Stand-
punkt des Kindes, allem Gemachten in der Dar-
stellung. In dem Verkehr mit Kindern hat — be-
sonders bei den Repräsentanten einer Entwickelung
zum Besseren — die Reaktion gegen die alten Lek-
tionen- und Büffelmethoden eine gekünstelte
Naivetät, einen Bilderreichtum und eine Lebendig-
keit hervorgerufen, die die Kinder bald als etwas
für ihre Rechnung Hergerichtetes, als etwas nicht
ganz Echtes empfinden. Diese Art, den Kindern
gewissermassen seine eigene Einbildungskraft zu
geben, erschlafft die der Kinder, wenn es auch im
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