Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - VI. Die Schule der Zukunft
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Aber auch jene Eltern, die mit mehr psycho-
logischer Einsicht als die früherer Zeiten die Kin-
der jetzt beobachten, sind ausser stände, sie zu stu-
dieren, wenn diese vom zartesten Alter an dem
Kindergarten und der Schule angehören. Aus dem
Mangel an Einsicht leiten sich dann die Irrtümer
her, die ihrerseits den oft tiefen Antagonismus
zwischen Kindern und Eltern veranlassen, der jetzt
so viele Häuslichkeiten verbittert. Nur die Mutter
und der Vater, die mit Ehrfurcht vor der Indivi-
dualität ihrer Kinder eine das ganze Leben hin-
durch rege Beobachtung derselben verbmden,
können den jetzt typischen Irrtum vermeiden,
Weintrauben vom Dornenbusch zu verlangen, an-
statt sich mit der Hagebutte zu begnügen! Nicht
schaffen zu können, wo es keinen Stoff zum Schaf-
fen giebt, aber fähig zu sein, die Eigenschaften zu
entwickeln, die man in dem Naturgrund seines Kin-
des entdeckt, das ist die Resignation und der
Optimismus, den einsichtsvolles psychologisches
Studium mit sich bringen wird. Und das wird
vielen — für Eltern wie Kinder gleich peinlichen
— Bemühungen in jenen Richtungen, in denen die
Energie unbelohnt bleibt, Einhalt thun.
Aber das Studium der Psychologie eines Kin-
des, begonnen bei seiner Geburt, fortgesetzt bei
seinen Spielen, seiner Arbeit, seiner Ruhe, ein täg-
liches, vergleichendes Studium, verlangt einen
ganzen Menschen. Es ist nur für eine Person mög-
lich, die einige wenige Kinder unter ihrer Obhut
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