- Project Runeberg -  Mindeskrift i anledning af hundredaaret for Japetus Steenstrups fødsel / XXVIII. Über den Bau und die Entwicklung der Seitendrüse der Waldspitzmaus Sodrex Vulgaris L. /
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(1914) Author: Hector Jungersen, Eugen Warming
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Der eigenttimliche, durchdringende Geruch, welcher den Spitzmåusen anhaften kann,
ist schon von alters her den Naturforschern bekannt gewesen^); die Auffindung
der Driise, welche das iibelriechende Sekret absondert, geschah aber erst recht spat durch
Pallas 20.

Dieser entdeckte wåhrend seiner anatomischen Studien an einem Weibchen der
javanischen Spitzmaus »Sorex myosuriis« [Crocidura murina L.] im subkutanen Gewebe
der Korperseite des Tieres eine recht ansehnHche Driise, welche unter einem sich stråu-
benden Haarwirbel ihren Platz hatte und tibrigens keinen Ausfiihrungsgang zeigte.

Eine wirklich erschopfende und flir ihre Zeit geradezu meisterhafte Darstellung
der Druse gibt indessen erst der åltere Geoffroy Saint-Hilaire ^^, dem wir auch die
einzigen wirklich guten Abbildungen der Driise verdanken. Étienne Geoffroy Saint-
Hilaire, welcher schon in seiner Monographie der Spitzmåuse^^ einen an der Seite
gewisser Tiere vorkommenden elliptischen, weissen und haarlosen Fleck erwåhnte, dessen
wahre Natur ihm doch unbekannt geblieben war, unterwarf spåterhin die Tiere einer
erneuten Untersuchung und entdeckte dabei, dass diese Abånderung des Haarkleides
ihre Ursache in einer unter der Haut liegenden Driise hatte. Diese ist mit der von Pallas
beschriebenen zusammengestellt und, wie es mehrmals hervorgehoben wird, bei allen
Spitzmåusen zu fmden, wenn auch nicht immer in demselben Grade der Ausbildung;
am grossten ist sie bei den Månnchen und besonders bei denjenigen, welche wåhrend
der Paarungszeit gefangen sind.

Sehr eingehend sind die Verhåltnisse bei einem eben getoteten, brunstigen Månnchen
von »Sorex constrictus« [Sorex vulgaris L.]^) beschrieben. Ihren Platz hat hier die ovale

’) »Totus graviter olet, et vel odore venenum suum prodit« heisst es z. B. bei
Gesner’3 von der „Sptt^muss, Mus araneus", deren Biss damals als sehr giftig gefurchtet wurde.

^) ^Sorex constrictus« (d. h. mit dem an der Wurzel eingeschniirten Schwanze) ist eine der
vielen ålteren, schwer zu erklarenden Arten der europåischen Spitzmåuse. Ursprtinglich wurde
namlich diese Bezeichnung von Hermann" einigen jungen Tieren beigelegt, welche, wie die Nach-
untersuchung Duvernoy’s*^ zeigte, mit der Wasserspitzmaus (Crossopus fodiens Pall.) identisch
waren. Von Geoffroy Satnt-Hilaire wurde aber der Name auf ein Tier iiberfuhrt, dessen Ver-
schiedenheit von der Wasserspitzmaus eben betont wurde, und in welchem spatere Forscher, wie
Nathusius’^ und Fitzinger’", die Waldspitzmaus erkannten.


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