- Project Runeberg -  Kosmos / Band 3. 1923 /
207

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Full resolution (TIFF) - On this page / på denna sida - Die Verschiebungen der Kontinente. Von Professor A. Wegener

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Die Verschiebungen der Kontinente 207

Die kleinblättrige, meist baumlose Glossopterisflora umgibt
überall die Eisspuren, oft unmittelbar auf den Moränen liegend.
Auf den Falklandsinseln und in Ostaustralien hat man auch
Hölzer mit Jahresringen gefunden. Da neuerdings auch im
nordöstlichen Asien diese ktihle Flora entdeckt worden ist, so
hat man damit die ersten Anzeichen des nördlichen
Polargebietes, dessen grösster Teil jedoch in den Pazifik fällt. Im.
Gegensatz zu dieser Glossopterisflora steht die Karbonflora
Nordamerikas, Europas und Chinas, die nach den sorgfältigen
Untersuchungen von H. Potonié jetzt allgemein ftir die Flora
des tropischen Waldmoores gehalten wird; sie ist ausgezeichnet
durch das schnelle Wachstum (Dicke der Kohlenschichten!)
und die Grösse der Blattwedel, durch das Fehlen von
Jahresringen, die Verwandschaft mit heute in den Tropen heimischen
Familien, die Häufigkeit von Baum- und Kletterfarnen und durch
die heute nur in den Tropen vorkommende Stammbtirtigkeit
der Blüten (Kauliflorie) der Kalamariazeen, Sigillariazeen und
gewisser Lepidodendrazeen. Die frtihere Annahme, dass
Torfund also auch Kohlenbildung an tiefe Temperaturen gebunden
sei, hat sich als irrtümlich herausgestellt, nachdem man in
der heutigen äquatorialen Regenzone auf Sumatra, Ceylon, in
Zentralafrika allenthalben Torfmoore gefunden hat. Der
Hauptsteinkohlengürtel repräsentiert also die äquatoriale Kegenzone
des Karbons. Sie liegt, wenn man die Kontinente nach der
Verschiebungstheorie zurechtschiebt, gerade auf dem Grosskreis,
der 90 Grad von der Mitte des Vereisungsgebietes entfernt
ist. Ohne Kontinentenverschiebung ist es dagegen tiberhaupt
nicht möglich, einen Grosskreis durch den Kohlengürtel zu
legen. Kohlen geringerer Mächtigkeit ünden sich auch im
Vereisungsgebiet. Hier handelt es sich offenbar um Torfmoore
der südlichen subpolaren Regenzone, die unseren heutigen
quartären und postquartären Torfmooren in Nordeuropa
entsprechen. Ftir die Bildung von Torf und also Kohlen genügt
es eben, dass der Niederschlag grösser ist als die Verdunstung.
Auf die Temperatur kommt es nicht an. Berücksichtigt man,
dass auf Spitzbergen tropische Kohle aus dem Altkarbon, in

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