- Project Runeberg -  Kyrkohistorisk Årsskrift / Tjugutredje årgången, 1923 /
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(1900)
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - I. Undersökningar - Tor Andrae, Der Ursprung des Islams und das Christentum - I. Das Christentum in Arabien zur Zeit Muhammeds

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der ursprung des islams und das christentum

15 I

Neubau zunächst oblag. Die Quellen berichten einstimmig,
dass er von dem alexandrinischen Patriarchen Timotheus
geschickt wurde, und in Ägypten herrschte damals der
Monophysi-tismus, wenn auch durch heftige Streitigkeiten zwischen
Julianisten und Severianern in sich gespalten. Mit den neuen
Herrschern kamen aber sicher auch Geistliche herüber, und wir
dürfen annehmen, dass eine grosse Zahl der äthiopischen
Lehnwörter als Bezeichnung für kultische und religiöse Dinge, die
uns im Koran begegnen, während dieser Periode ihren Weg in
den arabischen Sprachschatz gefunden haben.

Von der Entwicklung der südarabischen Kirche in der
nächsten Zeit berichtet uns die Chronik des DIONYSIUS1 in
folgender Weise: Der neue Bischof starb nach nur kurzer
Regierung. Als der himjaritische König erfahren hatte, dass
das Chalcedonense in Alexandrien eingeführt und Theodosius
wegen seines Glaubens vertrieben worden war, (was sich um
538 ereignet hat), wollte er von Alexandrien keinen Bischof
nehmen. Die Jemenenser begehrten nunmehr eifrig vom Kaiser
Justinian2 einen Bischof, der dem Chalcedonense feind wäre,
was aber der Kaiser keineswegs bewilligen konnte. Als der
Streit fünfundzwanzig Jahre gedauert hatte, traten die Priester
zusammen, erwählten selbst einen Bischof aus ihrer Mitte und
weihten ihn durch gemeinsames Handauflegen für sein Amt.
Viele Geistliche wollten indessen den in dieser Weise
eingesetzten Bischof nicht anerkennen. Innere Streitigkeiten zerrissen
die Kirche und Häretiker benutzten die Gelegenheit, im Trüben
zu fischen, und so wussten Julianisten und Melchisedekianer,
ihren Lehren in Jemen Eingang zu verschaffen.3 Der Bericht

1 Eibl. Or. I, 384—586. Dionysius schreibt den Johannes von
Asien-(Ende des VI. Jahrhunderts) ab.

* Justinian unterhielt tatsächlich zu dieser Zeit ziemlich rege
Verbindungen mit den Himjariten, die er zu kriegerischem Eingreifen gegen die Perser
zu reizen suchte. Vgl. Gläser, Zwei Inschriften, 70.

3 Die nestorianische Tradition hat freilich eine andere Auffassung vom
Eindringen des Monophysitismus in Jemen. Einige Lehrer dieser Sekte, die
al-Mundir von Hxra vertrieben hatte, begaben sich nach Negrän und
verbreiteten dort ihre Ketzerei. Hist. Nest., P. Or. VII, 144. Wenn der um
700 schreibende Anastasius Sinaita sogar die Negranitae als eine Sekte
bezeichnet, die in der Lehre mit den Gajanitae und Julianistae übereinstimmen
(Hodegos, Migne, PG LXXXIX, 296), beweist dies selbstverständlich nicht, dass
Negrän noch zu seiner Zeit monophysitisch war, bestätigt aber die Kunde
von der Verbreitung der Julianisten im Jemen im sechsten Jahrhundert.

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