Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - I. Undersökningar - Tor Andrae, Der Ursprung des Islams und das Christentum - I. Das Christentum in Arabien zur Zeit Muhammeds
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der ursprung des islams und das christentum 15 I
Muhammed aber anfänglich ganz auf der Seite von
Persien-Himjar und stimmte somit dem nationalarabischen Hass gegen
die Abessinier bei, wie sein Triumphlied über die
»Elephanten-männer» beweist.1 In der 105. Sure hat er sicher die bei seiner
Landsleuten vorherrschende Stimmung ausgedrückt. Das Lied
wäre also mit den Äusserungen loyalen Patriotismus in Sure
106 zusammenzustellen. Dass die Mekkaner es mit den Persern
hielten, wird schon dadurch wahrscheinlich, dass sie in regem
Handelsverkehr standen — vielleicht hatten sie sogar einen
Handelsvertrag mit der sassanidischen Weltmacht geschlossen2 -r- und
wird zum Uberfluss durch die Tatsache bewiesen, dass der Zug
Abrahas von den Byzantinern (Prokopius) als ein gegen die
Perser gerichtetes Unternehmen verstanden und wohl von ’Abraha
selbst als ein solches dargestellt wurde.3
Die Byzantiner waren den Arabern, besonders denen der
Grenzdistrikte, als Bedroher ihrer Freiheit verhasst. Wenn
Im-rnlkais sich zum Kaiser begeben will, ruft ihm ’Abld b. a /-’ Ab ras
(der eben aus der Gegend von Taitrta stammte) zu: »Meinst
du, dass du beim Kaiser Hilfe suchen sollst, so wirst du als
ein Syrer sterben. Wir aber weigern uns, uns der Leitung
anderer Menschen zu unterwerfen, bis wir sie selbst leiten, sogar
ohne Zügel».4
Wenn sich bei Muhammed anfänglich persische Symphathien
und Vorliebe für das Christentum finden, ist das nur so zu
erklären, dass das Christentum, das er im Auge hatte, auf der
persischen Seite stand, wie dies mit dem Nestorianismus der
Fall war. Später hat er aber mit seiner früheren Auffassung
gänzlich gebrochen. Er, der das Misslingen des abessinischen
Unterkönigs als ein Gottesurteil dargestellt hatte, lässt seine
bedrängten Anhänger die Gastfreundschaft der Abessinier suchen,
und in dem persisch-griechischen Kriege stellt er sich
leidenschaftlich auf die Seite der Griechen (Sure 30). Was hat diesen
Umschwung seiner Stimmung bewirkt? Die arabische Tradition
erinnert sich, dass erst die bittere Feindschaft der Mekkaner,
1 Andererseits brüsteten sich die Schwarzen mit der Furcht, die einst
’Abraha den Mekkanern eingeflösst hätte, wie man aus dem Gedicht
al-Haikutàns gegen Garir sehen kann. Gähiz, Maijmuat rastfil(Kairo 1324) )7*
2 Caëtani, Annali delllslmn I, 110.
’ Nöldeke a. a. O. 204.
* Diwan, ed. Lyall, 22.
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