Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - I. Undersökningar - Tor Andrae, Der Ursprung des Islams und das Christentum - I. Das Christentum in Arabien zur Zeit Muhammeds
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tor andrae
b. Imrulkais, derselbe, der den gefangenen Sohn des Gassaniden
al-Härit der Göttin al-^Uzzä zum Opfer schlachten liess, hatte
unter seinen Gemahlinnen eine Christin, Hind, die ein Kloster in
der Stadt erbauen Hess.1 Als erster der lahmidischen Herrscher
wurde gegen Ende des sechsten Jahrhunderts Nu*mån III. durch
die Bemühungen Simeons, des Bischofs von Hlra und des
Kathoiikos SabrlsO;2 zum Christentum bekehrt. Auch die
Mo-nophysiten machen — freilich mit Unrecht — auf die Ehre
seiner Bekehrung Anspruch.3
Die Nestorianische Kirche in Persien, die uns hier wieder
auf dem Boden des Arabertums begegnet, hat durch treue
Standhaftigkeit in schweren Verfolgungen und durch einen
wahrhaft grossartigen Missionseifer,4 der das Christentum nicht
nur an die fernsten Grenzen des Perserreiches, sondern sogar
nach Indien, Ost- und Südarabien und China gebracht hat,
einen rühmlicheren Platz in der Geschichte der christlichen
Kirchen verdient, als ihr für gewöhlich in der abendländischen
Vorstellung eingeräumt wird. Besonders schwere Verfolgungen
hatten die persischen Christen unter den Königen Säpür II.
(309-379). Jazdegerd I. (399 —420) und Bahrain V. (420—438)
zu ertragen. Kann nun freilich nicht von diesen Verfolgungen
im allgemeinen behauptet werden, sie seien durch die Kriege
mit den Byzantinern direkt hervorgerufen worden,5 so hat doch
selbstverständlich der politische Gegensatz vielfach auf das
religiöse Gebiet hinübergespielt und umgekehrt die Religion auf
das politische. So haben z. B. die byzantinischen Kaiser
sowohl Bahräm V. als auch Chosrati I. das Zugeständnis freier
Religionsübung für ihre christlichen Untertanen abgezwungen.
Die Möglichkeit eines dauernd guten Verhältnisses zur
Staatsmacht war daher der persischen Kirchen erst dann geschaffen,
als unter Dadlsl>c die Unabhängigkeit der ostsyrischen Kirche
unter dem Kathoiikos in Seleukia (Ktesiphon) proklamiert wurde
und das dyophysitische Bekenntnis dieser Kirche festgelegt wurde.
1 Von Jäküt II, 709 erwähnt. Vgl. Labourt, 206.
2 Labourt, 212. 3 Assemant, B. O. III-2,606.
4 Vgl. F. Nau, L!expansion Nestorienne en Asie, Mus. Guim. Bibl. de
vulg. XL, 193—583.
5 Labourt, 43 f. Es war der Fall nur mit der Verfolgung unter Säpür;
Jazdegerd stand in freundlichen Beziehungen zu den Römern, die Verfolgung
ist damals durch die unbesonnene Herausforderung der Christen
heraufbeschworen worden; die Verfolgung Bahrains führte zum Krieg mit Byzanz
vgl. Justi, Gesch. des alten Persiens, 194 f.
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