- Project Runeberg -  Kyrkohistorisk Årsskrift / Tjugutredje årgången, 1923 /
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(1900)
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - I. Undersökningar - Tor Andrae, Der Ursprung des Islams und das Christentum - I. Das Christentum in Arabien zur Zeit Muhammeds

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der ursprung des islams und das christentum

2 o i

scheinlich ihren monophysitischen Glauben beibehalten. Andere
unterwarfen sich Byzanz und sind somit Melkiten geworden.

Mit den Gassaniden haben ihre südlicher wohnenden
Landsleute ebenfalls vielfach Beziehungen gehabt, wenn auch, was
Higäs betrifft, lange nicht in dem Masse, wie mit den 1Ibäd
von Hlra, was an den damaligen politischen Verhältnissen und
der Richtung des wirtschaftlichen Verkehrs lag. Zu der
Zeit, wo Muhammed auftrat, hatten jedenfalls die
Gassaniden ihre Rolle als Führer des nordarabischen Christentums
ausgespielt. Indessen war das Christentum zu dieser Zeit unter
allen Stämmen, die in der alten römischen Provinz Arabia oder
um sie herum wohnten, verbreitet, besonders unter den
Kudaa-stämmen. In den Berichten über Muhammeds politische
Unternehmungen hören wir von Christen in Wädl-l-Kurä,
Dümat-al-Gatidal, ’Aila und Taima . Von dem Bekenntnis dieser Christen
wissen wir freilich nichts Sicheres.1 Doch können wir mit der
grössten Wahrscheinlichkeit wegen der politischen Stellung
dieser Gebiete vermuten, dass sie Melkiten oder möglicherweise
Monophysiten waren. Sie gehörten nämlich alle zu dem
byzantinischen Machtbereich. Der Krieg Muhammeds gegen diese
Gegenden galt als ein Krieg gegen Byzanz.2 ’Ukaidir, der
christliche König von Diana war nach Mas’üdl3 ein Vasall des
Heraklius. Die Angabe, dass er aus Hlra stamme, hat
vielleicht ihren Grund darin, dass man die beiden Diana hat
zusammenbringen wollen. Deswegen sind wohl auch die Bewohner
von Dümat al-Gandal cibäd geworden.4 Hat eine Auswanderung
wirklich stattgefunden, so waren die Emigranten jedenfalls sicher
nicht Nestorianer. Denn eine Einwanderung hirensischer
Nesto-rianer in diese Gebiete, die ihren Anschluss nordwärts bei den
römischen Arabern hatten, die noch in der letzten Hälfte des
sechsten Jahrhunderts den Lahmiden bitter feind waren, ist
durchaus unglaublich. Alles, was wir von der religiösen Politik
des Kaisers Heraklius wissen,5 spricht entschieden dagegen, dass
er mit Nestorianern in Verbindung getreten ist. Wir dürfen
somit annehmen, dass auch diese äussersten Vorposten der

1 Sachau, a. a. O. 69.

2 Wakidi, 175, 391.

3 Kitäb al-tanbih, 648, Cheikho, al-Nasränijja, 109.

4 Vgl. zu der ganzen Präge Sperber, Die Schreiben Muhammeds an
die Stämme Arabiens, 56—63.

5 Vgl. Hf.rzberg, Geschichte der Byzantiner, 50.

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