- Project Runeberg -  Kyrkohistorisk Årsskrift / Tjugutredje årgången, 1923 /
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - I. Undersökningar - Tor Andrae, Der Ursprung des Islams und das Christentum - I. Das Christentum in Arabien zur Zeit Muhammeds - II. Dichter und Hanifen

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tor andrae

christlichen Weltmacht sich auch in religiöser Hinsicht ihrem
Schatzherrn angeschlossen haben und also Melkiten gewesen
sind. Die von Cheikho 1 aus einer nicht näher bezeichneten
Handschrift der Bibliothek der katholischen Mission von Beirut
mitgeteilte Notiz, dass der Bischof von Düma unter Damaskus
gestanden habe, hat jedenfalls alle Wahrscheinlichkeit für sich.

II. Dichter und Hanifen.

Eine Frage, die hier nicht umgangen werden darf, ist die,
ob die christlichen Gedanken und Vorstellungen, die uns im
Koran begegnen, als direkte Entlehnungen seitens des
Propheten selbst angesehen werden müssen oder ob sie schon unter
den vorislamischen Arabern verbreitet gewesen sind. Die
Lösung dieser Frage, die für unser Urteil über die Originalität
und die geistige Bedeutung des Propheten von entscheidender
Bedeutung ist, kann zuletzt nur aus den alten arabischen
Dichtern gewonnen werden, deren Poesien alles, was wir an
arabischer Literatur vor dem Koran besitzen, darstellen. Leider ist
aus Gründen, die ich hier nicht auseinander zu setzen brauche,
diese Literatur wenig geeignet, um sichere Schlüsse über den
religiösen Status im vorislamischen Arabien darauf zu bauen.
Wie nicht anders zu erwarten ist, herrscht vielfach
Unsicherheit sowohl in Hinsicht des Textes, wie auch über die
Datierung und die Autorschaft der Gedichte. Es hat nun besonders
an den — an sich schon sehr wenigen — Stellen, die sieht mit
religiösen Dingen beschäftigen, die muslimische Korrektur
eingesetzt. Wenn an religiöse Gedanken gestreift wurde,
erschienen den Muslimen die Worte der sonst so bewunderten
Gedichte viel zu dürftig, zu unsicher oder gar irreführend; sie
vermissten allzusehr einen volltönenden Ausdruck der eignen
religiösen Anschauung, um sich einer Verbesserung enthalten
zu können.

Ein gutes Beispiel bietet ein Gedicht von ’Abidb. al- Abras2.
wo es heisst: »Wer Menschen bittet, erhält nichts, wer aber zu
Alläk betet, wird nicht zurückgewiesen.» Der Text bei Tibrlzi

1 Al-Nasrutiijja, 108.
a Ed. Lyall {GM. Mem. XXI) 8.

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