- Project Runeberg -  Kyrkohistorisk Årsskrift / Tjugutredje årgången, 1923 /
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(1900)
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - I. Undersökningar - Tor Andrae, Der Ursprung des Islams und das Christentum - II. Dichter und Hanifen

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TOR ANDRAE

Mönch trägt ihn in der Prozession und setzt ihn vor. Auf ihm
ist ein Siegel. Dann stellt er sich vor ihn voll Sehnsucht nach
ihm und betet über dessen Kruge.»1

Die Mönche, besonders die Einsiedler, die beim Lesen der
heiligen Schriften wachen und deren Lämpchen in der tiefen
Finsternis der Einöde nächtlich flimmert, haben ganz besonders
das Interesse der Dichter erweckt.2 Imrii ulkais hat auch
erfahren, wie diese zum Gegenstand abergläubischer Verehrung
gemacht worden sind. Die Hunde ergreifen den wilden Stier
am Schenkel und zerreissen ihn, wie die Kinder der Christen
die Kleider des Pilgers (aus Jerusalem) zerreissen (Ahlw. 136
v 12). Von dieser Verehrung zeugen auch die christlichen
Poeten, die die Mönche und deren fromme Werke neben
andern heiligen Dingen erwähnen. AI-A’sä: »... ein Mönch
in der Kirche, die er gebaut und wo er das Kreuzzeichen schlägt»
und tAdl b. Zaid: »Bei Allah — nimm meinen Eid an — ich
bin wie der Mönch, der, so oft er zu Gott flehend betet, laut
aufschreit von Furcht im Herzen ergriffen.3»

WELLHAUSEN4 hat die monotheistische Tendenz der
altarabischen Religion hinreichend klargestellt. Der Koran und
die Gedichte bieten in dieser Hinsicht ein vollkommen
identisches Bild. Der Monotheismus hat nicht den Ausgangspunkt
für Muhammeds Predigt bilden können schon deswegen, weil
die Art von Monotheismus, die er selbst anfangs vertrat, sich
schon vor seinem Auftreten durchgesetzt hatte. Dieser
Monotheismus bedeutete, dass dem einen Gott eigentlich nur noch
die drei Göttinnen als irgendwie fürbittende göttliche Wesen
untergeordnet wurden; als banät Allah standen sie freilich in
einer näheren Beziehung zum Gott als etwa die Heiligen in der
christlichen Religion, mit denen ihre religiöse Bedeutung
zunächst zu vergleichen wäre. Die männlichen Götter dagegen
scheinen alle Bedeutung verloren zu haben, sie sind nicht nur
oft, sondern wohl in der Regel zu blossen Kultnamen des
einzigen Gottes geworden. Der »Herr des Hauses» — eine weit
verbreitete Bezeichnung für die Kultgottheit8 — an den Mu-

1 Cheikho, 210.

* Wellhausen, Reste 232, Imru’ulkais, ed. Ahlw. 148 v. 37, 149 v. 66,
152 v. 20.

3 Suara al-Nasränijja, 392,453.

* Reste, 215 ff.

c In einer nabatäischen Inschrift, C. /. S. II, 270.

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