- Project Runeberg -  Kyrkohistorisk Årsskrift / Tjugutredje årgången, 1923 /
193

(1900)
Table of Contents / Innehåll | << Previous | Next >>
  Project Runeberg | Catalog | Recent Changes | Donate | Comments? |   

Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - I. Undersökningar - Tor Andrae, Der Ursprung des Islams und das Christentum - II. Dichter und Hanifen

scanned image

<< prev. page << föreg. sida <<     >> nästa sida >> next page >>


Below is the raw OCR text from the above scanned image. Do you see an error? Proofread the page now!
Här nedan syns maskintolkade texten från faksimilbilden ovan. Ser du något fel? Korrekturläs sidan nu!

This page has never been proofread. / Denna sida har aldrig korrekturlästs.

DER URSPRUNG DES ISLAMS UND DAS CHRISTENTUM 2 o i

der Frömmigkeit selbst, so sie sich bei euch findet etc.»1 Wenn
er im Gefängnis des undankbaren al-Nu’mätt verschmachtet,
erklärt er mit frommer Ergebenheit: »Ich habe heute meine
Sache einem Herrn anheimgestellt, der nahe ist und Gebete
erhört (rabbm karlb1" muslagib"1)».2 Gott allein bleibt ewig
lebendig bei der Vergänglichkeit alles Irdischen: »Nichts gibt es,
das gegen den Tod bestehen bleibt, ausser dem Angesicht des
Gepriesenen, des Schöpfers. Gleich wenn wir sicher sind,
kommt das Unglück. Es trifft den Mann, der Liebe und
Freundschaft geniesst».3 Das erste Verspaar schien den Muslimen
so erbaulich, dass ein freilich nicht eben gottesgelehrter
Prediger, c[/tba b. al-Nahhäs, es sogar einst guten Glaubens als
ein Koranwort von der Kanzel vortrug.4 Überhaupt sind die
ernsten Gedanken an den Tod und an die Vergänglichkeit aller
irdischen Dinge charakteristisch für ’Aäl’s Dichtung. Vor allem
sind eine Reihe von Stellen zu beachten, wo der Dichter seine
Worte über die Unsicherheit des Lebens, den jähen Wechsel
des Glückes wirkungsvoll illustriert durch die Geschichte eines
Volkes oder eines Königs der Vorzeit, die durch ihr plötzlich
erfahrenes Unglück der Nachwelt ein warnendes Beispiel der
Nichtigkeit aller irdischen Macht und Herrlichkeit gegeben
haben. »Nie sah ich so etwas, wie die Jugend. Durch den
Betrug der Tage vergisst sie deren Ausgang, vergisst die Brüder
und den Kampfplatz und wie die Krallen [des Schicksals] sie
festhalten. Was hoffen denn die Menschen, wenn sie das Glück
suchen, wenn die Liebe zum Leben ihre einzige Sorge ist? Sie
glauben, dass die Schläge des Schicksals sie nicht treffen
werden, und doch trifft sie die Tücke des Schicksals. Was war
gleich Sa/i’ä’ die von Statthaltern des Reiches erbaut wurde,
von Männern, die ihre Gaben verschwenderisch verteilten: Ihr
Baumeister hatte sie zu den Wolken erhöht, von Moschus trieften
ihre Säle. Umgürtet war sie von Bergen zu denen der Verräter
keinen Zugang fand und deren Kämme nicht erklommen werden
konnten. Und es wurde in ihr die Stimme der Eule vertraut, wenn
zur Abendzeit ihr Flötenspieler ihr antwortete. Des Schicksals

1 Su’arä’ al-Nasränijja, 469.

2 Ibid. 452.

:i Ibid. 454. Auffallend ist freilich die Übereinstimmung mit Sur. 55:
26—27 (vgl. auch 28: 88).

4 Fihrist, ed. Flügel, 91.

13 — 23104. Kyrkohist. Årsskrift 1923.

<< prev. page << föreg. sida <<     >> nästa sida >> next page >>


Project Runeberg, Sun Dec 10 14:07:17 2023 (aronsson) (download) << Previous Next >>
https://runeberg.org/kyrkohist/1923/0203.html

Valid HTML 4.0! All our files are DRM-free