- Project Runeberg -  Kyrkohistorisk Årsskrift / Tjugufjärde årgången, 1924 /
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(1900)
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - I. Undersökningar - Tor Andrae, Der Ursprung des Islams und das Christentum. III. Die Eschatologische Frömmigkeit Muhammeds

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DER URSPRUNG DES ISLAMS UND DAS CHRISTENTUM 2 57



für ihr Seelenheil. An und für sich wird denen, die den Lohn
dieser Welt begehren, zugestanden, dass Gott es ist, der auch
diese Güter zu verschenken hat (40: 133, 2; 197—198, 3: 139—
141, 16: 32) und im Gegensatz zu den asketischen Auffassungen
anderer Religionsgemeinden in Bezug auf Speise und eheliches
Leben wird die Freiheit der Gläubigen zum Genuss aller
Gottesgaben behauptet (7: 29).

Immerhin streift Muhammed den Gedanken vom irdischen
Lohn der Frommen nur ein paar Mal ganz flüchtig. Diese
Welt den Ungläubigen, die künftige den Gläubigen, das ist
sonst das stets wiederkehrende Leitmotiv seiner Predigt. Die
Herrlichkeit der Erde, die ja überdies einst zu Staub werden
soll, ist nur deshalb geschaffen, weil Gott sehen will, wer sie
im rechten Sinne zu gebrauchen versteht (18: 6 — 7). Den
Ungläubigen ist das Weltleben, der Reichtum, dessen sie sich oft,
den Frommen zum Anstoss, freuen können, tatsächlich eine
Versuchung, von Gott oder gar vom Teufel gesandt, um sie
in die Irre zu führen. »Reichtum und Nachkommen sind nur
der Flitter (zlna, vgl. zuhra liajät al-dunjä 20: 31) des
Erdenlebens. Die dauernden, die guten Werke bringen einen
besseren Lohn bei deinem Herrn und eine bessere Hoffnung (18: 44)».
»Wisset, dass Reichtum und Kinder eine Versuchung (fittia)
sind, aber bei Gott ist ein grosser Lohn» (8: 28 vgl. 64: 15).
»Als eine verlockende Versuchung ist in die Menschen die
Liebe zu heissbegehrten Dingen gelegt: Frauen und Kinder,
gehäufte Schätze von Gold und Silber, edle Pferde, Herden und
Äcker. Dies alles ist nur ein Niessbrauch für die Dauer des
irdischen Lebens, bei Gott aber ist das schönste Heim» (3: 12).
»Das irdische Leben verleitet (garrat) diejenigen, die ihre
Religion nur zum Scherz und Spiel haben.» So kann
Muhammed sogar sagen, dass Satan einen Anteil an den Reichtümern
und Kindern der Menschen hat (17: 66). Wiederholt werden
die Frommen ermahnt, nicht nach den Reichtümern der
Gottlosen zu schielen (15: 88, 20: 131). Sind sie doch am Ende
keine beneidenswerten Gaben, sondern durch ihre unheilvollen
Folgen vielmehr eine Strafe Gottes: »Lass dich nicht Wunder
nehmen ihr Gut und ihre Kinder, siehe Gott will sie nur damit
in der Welt strafen. So sterben sie mitten in ihrem
Unglauben» (9: 86 vgl. 10: 88). »Denen, die das irdische Leben und
seinen Flitter begehren, wollen wir hienieden (flkà sc. fi-l-

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