- Project Runeberg -  Kyrkohistorisk Årsskrift / Tjugusjätte årgången, 1926 /
171

(1900)
Table of Contents / Innehåll | << Previous | Next >>
  Project Runeberg | Catalog | Recent Changes | Donate | Comments? |   

Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - I. Undersökningar - Peter Josef Wagner, Über die Beziehungen zwischen Morgenland und Abendland in der mittelalterlichen Musik

scanned image

<< prev. page << föreg. sida <<     >> nästa sida >> next page >>


Below is the raw OCR text from the above scanned image. Do you see an error? Proofread the page now!
Här nedan syns maskintolkade texten från faksimilbilden ovan. Ser du något fel? Korrekturläs sidan nu!

This page has never been proofread. / Denna sida har aldrig korrekturlästs.

MORGEN- UND ABENDLAND IN DER MITTELALTERLICHEN MUSIK I 6 5

her. Dieser Prozess beginnt mit der Eroberung dieser Länder
durch die Araber. Bekanntlich herrschte am Hofe Friedrichs
II. in Italien ein echtorientalisches Treiben; auch an Musikern
männlichen und weiblichen Geschlechtes fehlte es nicht. Die
Kreuzzüge und der Levantehandel der Republik Venedig
verstärkten diese Kulturbewegung von Ost zu West. Auf diesem
Wege machten die Europäer höchst wahrscheinlich auch die
Bekanntschaft mit den gesanglichen Vorzügen der
Kastratenstimme, die dann seit dem 16. Jahrh. in Venedig, München,
Rom auftauchen. Sicher aber kam Europa so in den Besitz
der meisten spätmittelalterlichen Instrumente. Die Laute hat
in allen europäischen Sprachen ihre arabisierende Urbezeichung
beibehalten. Islamisch-sarazenisch sind aber auch Schnabelflöte,
Schalmei, Trompete, Mandole, Mandoline, Guitarre, Psalterium,
Pauke, Trommel, Becken, Triangel. Bis über das Mittelalter
hinaus vermittelten osteuropäische Wandermusikanten den Zuzug
aus Asien; so gelangten wir zur Querflöte, zum Hackebrett,
und aus der Hand der Zigeuner übernahmen wir seit dem 15.
Jahrh. Sackpfeife und andere Tonwerkzeuge.

Alle diese Instrumente wurden aber von den Europäern
rastlos verbessert, entwickelt und zu einer den Orientalen
verschlossenen künstlerischen Leistungsfähigkeit gebracht.

Die jüngsten Forschungen deutscher und spanischer
Gelehrter haben dann diese Einflüsse aus dem arabischen Spanien
in ungleich grösserem Umfange nachgewiesen. Burdag war es,
der zuerst den französischen Minnedienst auf arabische
Einwirkungen zurückführte, und der Spanier Julian Ribera1 hat
Vorbilder der provenzalischen Troubadourlyrik in der arabischen
Poesie und Musik des 8.—12. Jahrh. entdeckt. Eine Reihe von
poetisch-musikalischen Strophenformen der südfranzösischen Lyrik
seit dem 12. Jahrh. wiederholt diese Vorlagen in treuen
Nachbildungen und belegt die Übernahme von künstlerischen Formen,
wie sie zumal am Hofe der Kalifen von Cordova in Andalusien
heimisch waren.

Schliesslich sind auch Beziehungen der arabischen
Musikgelehrsamkeit zur lateinischen vorhanden. Eine Handschrift aus
dem Ii. Jahrh. in Monte Cassino, bis wohin bekanntlich die

1 Vgl. Julian Ribera, La Musica andaluza medieval en las canciones
de Trovadores y Troveros.

<< prev. page << föreg. sida <<     >> nästa sida >> next page >>


Project Runeberg, Sun Dec 10 14:08:09 2023 (aronsson) (download) << Previous Next >>
https://runeberg.org/kyrkohist/1926/0181.html

Valid HTML 4.0! All our files are DRM-free