Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - I. Undersökningar - Nathan Söderblom, Pater Max Pribilla und die ökumenische Erweckung. Einige Randbemerkungen
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NATHAN SÖDERBLOM
»Die scharfe Frontstellung des Gelehrten gegen die katholische
Kirche lässt die Frage als berechtigt erscheinen, ob sich nicht
darin die innersten Gedanken seiner Seele und die treibende Kraft
seiner ruhelosen Tätigkeit offenbaren.» Und nach Anführung
einiger Worte von mir von 1912 und später: »Diese Worte, die
gewiss keinen Freund der katholischen Kirche verraten, lassen
sich nicht als gelegentliche Entgleisungen bezeichnen, da sie mit
späteren, klaren Äusserungen übereinstimmen. Nach ihnen
könnte man zu dem Schluss kommen, dass für Söderblom der
letzte Sinn auch der Stockholmer Konferenz von vornherein eine
grosse gemeinsame Kundgebung des Weltprotestantismus gegen
Rom sein sollte. Wenn ja, dann ist die Konferenz ihm hierin
nicht gefolgt, oder man müsste sagen: dass sie ihre wahre
Gesinnung sehr sorgfältig verhüllt habe.» (123.) Es lohnt sich, die
Worte anzuführen, die den Verfasser zu einer solchen
Schlussfolgerung veranlasst haben. Am 6. November 1912 habe ich
in Lützen in der Gustaf-Adolf-Kapelle von dem Tage gesprochen,
»wo evangelisches Zusammengehörigkeitsgefühl, unbeschadet der
Treue gegenüber dem geistigen Erbe und der Eigenart jedes
einzelnen, sich so stark ausgewachsen und auch nach aussen hin
einen solchen Ausdruck gefunden hat, dass neben dieser
evangelischen Katholizität, d. h. Allgemeinheit, jede kirchliche
Verstocktheit, auch die umfassendste, sich selbst als sektiererische
Abgrenzung verurteilt.» (123.) Derselbe Gedanke ist mehrfach
von mir ausgeführt worden. Der Verfasser zitiert mich (123):
»Doch bleibt die ernste Frage der Geschichte: ’Schweden, bist
du bereit, noch einmal Schutz und Trutz zu sein für die
Freiheit des evangelischen Glaubens ?’ Und dieselbe Frage ergeht
darüber hinaus an die ganze evangelische Christenheit: Bist du
auf dem Weg, ein Bewusstsein der Zusammengehörigkeit und
eine evangelische Katholizität zu schaffen, so stark, dass Rom
eines Tages dasteht als das, was es in Wirklichkeit ist, als eine
Sekte, die sich von der Gross-Christenheit abgrenzt?’»
Wäre ich an der Sache nicht beteiligt, würde ich doch als
Kritiker und Forscher die Hypothese des Verfassers über meine
Motive sehr unwahrscheinlich finden. Dass ein überzeugter
evangelischer Christ eine Zeit ersehnt, in welcher Rom seine
jetzt zum äussersten gesteigerte Exklusivität aufgeben wird, um
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