Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - I. Undersökningar - Nathan Söderblom, Pater Max Pribilla und die ökumenische Erweckung. Einige Randbemerkungen
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NATHAN SÖDERBLOM
ben hat, erinnere ich mich nicht. Vielleicht ist es besser,
meine eigene, vom Verfasser nicht verstandene, aber
wiederholt von mir bezeugte Auffassung darzulegen. Der Verfasser
schreibt selbst an mehreren Stellen seines Buches, dass er eine
Zusammenarbeit von Evangelischen und Römischen Katholiken
im Dienste der Liebe und der Gerechtigkeit als erwünscht
betrachtet. Soll ich daraus die Schlussfolgerung ziehen, dass er
auf eine Einigung in Glauben und Verfassung verzichtet? Ebenso
logisch ist seine Behauptung, dass ich keine wirkliche kirchliche
Einigung wolle, weil ich schon jetzt eine Zusammenarbeit der
Christen für die Verwirklichung des evangelischen Ideals
befürworte. Er bezeichnet mit Recht einen »Verzicht auf die
dogmatische Wahrheit» (228) als »müde». Aber ich habe keinen
solchen Verzicht geleistet. Ich habe immer wieder betont, dass
die Glaubenseinheit unser heiliges Ziel sein muss. Er schreibt
(232): »Zwar glaubt Söderblom, dass es für die Praxis genüge,
an die Stelle eines bestimmten Credos die ’Nachfolge Christi’
zu setzen: ’Was einigt uns? die Antwort lautet: Die Nachfolge
Christi. Es sollte gewisslich eine hinreichende Gemeinschaft
sein, wenn wir alle, insgesamt wie einzeln, redlich danach
strebten, in den Spuren des Meisters einherzugehen und uns von
seiner Liebe begeistern und von seiner Kraft leiten zu lassen.’
Aber wie kann man in der ’Nachfolge Christi’ einig sein, wenn
man nicht darüber einig ist, wer Christus ist und was er
gelehrt und gewollt hat?» Ethos und Credo hängen zusammen.
Aber kann der Verfasser wirklich behaupten, dass die
Nachfolge Christi keine Gemeinschaft herstellt, z. B. zwischen einer
katholischen und einer evangelischen Krankenschwester, die alle
beide von der Liebe Christi erfüllt sind? Man darf hier keine
Konsequenzenmacherei treiben. Die Nachfolge Christi wird in
verschiedenen Kirchen und Richtungen verschieden aufgefasst.
Wo aber Menschen Christus vom Herzen lieben und von seinem
Geiste erfüllt sind, wo sie seinen Grundsatz verwirklichen, sich
nicht dienen zu lassen, sondern zu dienen, entsteht unbedingt
eine christliche Gemeinschaft unter ihnen, auch wenn sie
verschiedenen Konfessionen angehören. Das ist eine
Binsenwahrheit, die sich immer und immer wieder bestätigt. Man mag das
Gegenteil beweisen, so viel man will. Die Tatsachen sind da,
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