Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - I. Undersökningar - Nathan Söderblom, Pater Max Pribilla und die ökumenische Erweckung. Einige Randbemerkungen
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PATER PRI BI [.LA UND DIE ÖKUMENISCHE ERWECKUNG
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und man kann Zeugnisse dafür von den Heiligen und Frommen
aller Kirchen massenhaft anführen. Im Leben geht es nicht so
zu, dass man erst überlegt und sich darüber klar wird, wie man
gehen soll, wie man die Muskeln bewegen, einen Fuss vor den
andern setzen muss usw., um dann erst mit dem Gehen zu
beginnen, sondern man geht spontan und kann dann hinterher
tiber die Bedingungen des Gehens nachdenken und diskutieren.
Man kann sogar über die Theorie des Gehens verschiedene
Meinungen haben und doch zusammen wandern. So auch mit
dem geistigen Leben, mit der Wanderung der Seele zum ewigen
Ziele. Menschen werden von der Liebe Christi beherrscht oder
wenigstens entscheidend beeinflusst, schon ehe sie über die
Natur dieser Liebe, über die Theorie des Glaubens und über die
prinzipielle Auffassung der Nachfolge Christi einig sind. Wir
leben doch in der Wirklichkeit, nicht in der Welt der
Abstraktion. Der Verfasser gibt selbst zu (251): »Gewiss wird sich bei
der praktischen Zusammenarbeit immer wieder herausstellen,
dass ein gemeinsames christliches Gesamtbewusstsein alle
diejenigen umschliesst, die sich irgendwie zu Christus als ihrem
Vorbilde bekennen». Aber warum bleibt er nicht dabei? Er fährt
fort: »Aber alle Versuche, zwischen den Christen der
verschiedenen Bekenntnisse eine ’gemeinsame christliche Basis’ zu
konstruieren und darauf ihre Zusammenarbeit aufzubauen, haben bisher
stets zu Verwirrung, Argwohn und Streit geführt und die
bestehenden Gegensätze eher verschärft als gemildert.» Warum
soll man eine solche gemeinsame christliche Basis konstruieren?
Genügt es nicht für die Zusammenarbeit, sich zu Gott in Christo
zu bekennen? Hier kann der Verfasser von der orthodoxen
Delegation in Lausanne etwas lernen. Wie er selbst wiederholt
richtig sagt, ist der dogmatische Unterschied zwischen den
Orthodoxen und den Evangelischen sehr bedeutend. Das haben
auch die Orthodoxen einstimmig in Lausanne, wie schon früher,
bezeugt. Aber sie fügten hinzu:
»Wir wollen darüber keinen Zweifel lassen, dass wir zu
unserer Entscheidung nur im Gehorsam gegen die Gebote unseres
Gewissens gelangt sind. Gleichzeitig aber möchten wir der
Konferenz versichern, dass das Erlebnis, dass wir trotz der
dogmatischen Unterschiede mit unseren Brüdern hier eins sind im
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