Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - I. Undersökningar - Nathan Söderblom, Pater Max Pribilla und die ökumenische Erweckung. Einige Randbemerkungen
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PATER PRI BI [.LA UND DIE ÖKUMENISCHE ERWECKUNG 59
Die schönen Worte welche der damalige Rektor Magnificus in
München am Ende meiner drei Vorlesungen im Jahre 1922
gehören zu den Erfreulichsten, was ich in der ökumenischen
Bestrebung erfahren habe. In seiner Rektoratsrede desselben Jahres
sagte er u. U.:
»Was ich in der Gegenwart für möglich und für
wünschenswert halte . . ., läge ausserhalb jeder wirklichen Kirchen-Union
und mit bewusstem Ausschluss einer solchen und bestünde, unter
gegenseitiger respektvoller Anerkennung des dogmatischen,
rechtlichen und kultischen Besitzstandes der Kirchen, in der nüchternen
praktischen Zusammenarbeit aller christlichen Kirchen ohne
Ausnahme zum Zwecke der Verwirklichung der allgemeinsten
christlichen Ideale auf den Gebieten des internationalen, des sittlichen,
des wirtschaftlichen und sozialen Lebens . . . Ich bin, trotz
mancher bedenklicher Anzeichen, doch überzeugt: es kann keine
christliche Kirche geben, die einen vernünftigen Grund haben
könnte, sich von einer solchen Notarbeit auszuschliessen. Denn
diese läge im wohlverstandenen gemeinsamen Interesse aller
Kirchen.» (Auch von Pater Pribilla S. 246 angeführt.)
Der Verfasser schreibt: »Den Freunden der Stockholmer
Bewegung ist es trotz aller Betonung der praktischen Tätigkeit um
einen kirchlich-kultischen Zusammenschluss (konkret gesprochen
des Weltprotestantismus) zu tun, und als Grundlage eines solchen
Zusammenschlusses soll Life and Work’ dienen, da man an
einer Vereinigung in Glauben und Verfassung (’Faith and Order’)
verzweifelt oder sie höchstens in einer bleichen, fernen Zukunft
für möglich hält» (263). Hier soll Klarheit geschaffen werden.
Es gibt evangelische Christen, die an einer Vereinigung in Faith
and Order zweifeln. Wie der Kirchenpräsident Dr. Veit in
Bayern, S. 377, gibt es auch andere hervorragende
Kirchenmänner und Theologen, die auf eine Wiedervereinigung der
Kirchen zu verzichten scheinen.
Ich kann diese Meinung nicht teilen, sondern finde, dass
man an dem Wirken für die Kircheneinigung unbedingt
festhalten soll. Dass ich wie alle denkenden Menschen, auch der
Verfasser und der Papst, einsehe, dass eine solche
Kircheneinigung zeitlich ferner liegt als praktische Zusammenarbeit, ist
ja selbstverständlich. Aber das heisst wohl nicht, dass Pater
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