Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - I. Undersökningar - Nathan Söderblom, Pater Max Pribilla und die ökumenische Erweckung. Einige Randbemerkungen
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NATHAN SÖDERBLOM
Pribilla, der Papst und alle, die so denken, die Vereinigung in
Glauben und Verfassung erst »in einer bleichen, fernen Zukunft
für möglich» halten. (263). Der Verfasser schreibt doch selbst:
»Solange die Glaubensspaltung trotz allen Einigungsbestrebungen
der Edelsten und Besten fortbesteht — und sie wird nach
menschlicher Voraussicht noch lange fortbestehen ...» (311). Ist es
ein Fehler, wenn wir ganz wörtlich dasselbe denken und schreiben?
Ein kirchlich-kultischer Zusammenschluss ist, soviel ich weiss,
mit Life and Work gar nicht beabsichtigt. Dass wir, wenn
wir als Christen zusammenkommen, uns auch an unseren
gemeinsamen geistigen Schätzen, der Heiligen Schrift, den
Zeugnissen des Gottesumgangs der Kirche im Gebet, Lied und
Bekenntnis erbauen müssen, um Gottes Gegenwart unseren
Herzen lebendig zu erhalten, beweist doch keineswegs, dass
wir eine Art von kirchlich-kultischem Zusammenschluss wollen.
Hier muss auch ein spezieller Irrtum berichtet werden. Es
stimmt nicht ganz, wenn man erklärt, dass die römische Kirche
sich nicht an Weltkonferenzen beteilige (229). »Eine Beteiligung
Roms an den Weltkonferenzen sei von Anfang nicht zu erwarten
gewesen.»
Ich führe ein Paar Beispiele an.
Georges Goyau, Mitglied der französischen Akademie,
widmete der Stockholmer Konferenz einen bedeutsamen Artikel in
der Revue des deux Mondes.
Er führte von einer Versammlung in Brüssel 1925 einige
Worte des Vorsitzenden, des Erzbischof von Lemberg, Szeptycky,
an: »Ich stelle die Katholiken nicht den Andersdenkenden
gegenüber. Ich betrachte die Einheit der Kirchen nicht als eine Reihe
von Schlachten, die auszukämpfen sind. Nein, keineswegs! Alles,
was es an Liebe bei Katholiken und bei Andersdenkenden sowie
zwischen Katholiken und Andersdenkenden gibt, kämpft und
wird immer für die Einheit kämpfen, und alles, was an Hass,
an Lieblosigkeit und Engherzigkeit auf beiden Seiten vorhanden
ist, kämpft für die Trennung der Kirchen.» Wäre eine solche
Gesinnung in Rom bestimmend gewesen, so wäre die Einladung
zur Weltkonferenz angenommen worden.
Das mehr christliche und vertrauensvolle Verhältnis zwischen
den grossen Konfessionen ist nicht nur ein historisches Über-
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