Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - I. Undersökningar - Max Pribilla S. J., Drei Grundfragen der ökumenischen Bewegung
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DREI GRUNDFRAGEN DER ÖKUMENISCHEN BEWEGUNG I 2 JJ
habe ich diese »innerliche und übermenschliche Gemeinschaft
in Glaube und Liebe» ausführlich behandelt, und ich darf dabei
erwähnen, dass Erzbischof Söderblom mir unter dem 16. August
1929 sein völliges Einverständnis mit diesem Aufsatz aussprach.
3. Die Randbemerkungen S. 96 sehen einen Widerspruch
darin, dass ich sowohl dem Urteil Carl Stänges über den
unversöhnlichen Gegensatz zwischen Katholizismus und
Protestantismus zustimme als auch den Worten Robert Winklers von der
Möglichkeit einer Einigung in der Tiefe des Bekenntnisses.
Dieser anscheinende Widerspruch löst sich mir, indem ich den
unversöhnlichen Gegensatz der Systeme und Formeln mit dem
vielleicht in der Tiefe zu findenden gemeinsamen Sinn vergleiche.
So ist z. B. die traditionelle protestantische Erklärung der
Rechtfertigung aus dem Glauben (allein) unvereinbar mit der
katholischen Lehre. Aber eine Rechtfertigung aus dem Glauben, die
Rom. 4, 3 ff. und Jak. 2, 14 ff. verbindet, kann mit der
katholischen Lehre in Einklang gebracht werden.
4. Hinsichtlich der orthodoxen Kirche muss ich einem
Missverständnis ausdrücklich entgegentreten, um nicht hart und
grausam zu erscheinen, wie man es nach den Randbemerkungen
S. 63 vermuten könnte. S. 130 meines Buches hatte ich
geschrieben: »Aber wie es in Deutschland Protestanten gab, die
lieber nach Versailles gingen, als dass sie einen erträglichen
Frieden aus der Hand des Papstes angenommen hätten, so gibt
es auch viele Orthodoxe, die es vorziehen, bolschewistisch oder
türkisch zu Grunde zu gehen, als römisch gerettet zu werden.»
Schon der angezogene Vergleich hätte mich vor der Auslegung
schützen sollen, als wolle ich den orthodoxen Kirchen eine
Preisgabe ihrer alten heiligen Traditionen zumuten oder einer
interessierten Wohltätigkeit auf Kosten der Gewissenstreue das
Wort reden; die zarte Rücksichtnahme auf die Rechte und
Pflichten des Gewissens ist ja die selbstverständliche
Grundvoraussetzung jeder Einigungsarbeit.
Niemand hat bei den Friedensvorschlägen des Papstes von
den deutschen Protestanten irgendein Zugeständnis religiöser
oder konfessioneller Art gefordert oder erwartet. Aber schon
der blosse Gedanke, der Papst könnte den Frieden vermitteln,
war vielen deutschen Protestanten (freilich nicht allen) unerträg-
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