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MAX PRIBII.LA S. J.
lieh, und diese Haltung hat dem deuschen Volke geschadet.
So wollte ich auch bei den Orthodoxen darauf hinweisen, wie
ihr schroffer, immer wieder betonter Gegensatz gegen Rom ihnen
selbst zum Schaden gereicht. Was ich meinte, das hat schon
Papst Gregor IX. in seinem Schreiben vom 26. Juli 1232 an
den Erzbischof Germanus von Konstantinopel ausgesprochen:
»Als die Kirche der Griechen sich von der Einheit des
Römischen Stuhles trennte, da ging sie alsbald des Vorrechtes der
kirchlichen Freiheit verlustig; sie, die frei gewesen, wurde die
Magd der weltlichen Gewalt, so dass sie, die den von Gott auf
Petrus gegründeten Primat nicht anerkennen wollte, nach dem
gerechten Gerichte Gottes wider ihren Willen das Joch weltlicher
Herrschaft tragen musste» (Hardouin VII 154). Roms Absicht
hinsichtlich der Orthodoxen geht keineswegs dahin, dass sie
ihre geheiligten Traditionen, ihren Ritus, ihre Sprache und ihr
besonderes Kirchenrecht aufgeben und in allen diesen
Beziehungen zur lateinischen Kirche übergehen sollten Die
katholische Kirche ist, um die Worte Benedikts XV. zu wiederholen,
in ihrem Wesen weder lateinisch noch griechisch noch slawisch,
sondern eben katholisch, d. h. allumfassend. Einigung mit Rom
soll also nicht »Aufsaugung» bedeuten, die doch einen Verzicht
auf berechtigte und wertvolle Eigenart einschliesst, sondern
Rückkehr zu den Beziehungen, in denen der Orient
jahrhundertelang vor der Trennung zu Rom, zum Papsttum gestanden hat.
Wer die Randbemerkungen des Erzbischofs und meine
Entgegnung aufmerksam gelesen hat, wird sich bewusst geworden
sein, wie sehr das Gelände zwischen den Konfessionen mit Dornen
und Gestrüpp besät ist und welch geduldiger, mühsamer Arbeit
es bedarf, um hier hinüber und herüber Wege der Verständigung
zu bahnen. Um so dankbarer bin ich dem Herausgeber dieser
Zeitschrift, dass er es durch sein bereitwilliges Entgegenkommen
ermöglicht hat, die Erklärungen des Erzbischofs durch die
gleichzeitige Aufnahme meiner Erwiderung zu einem Gespräch zu
erweitern. Denn nicht Monologe fördern die Sache der Einheit,
sondern wirkliche Zwiegespräche, die aufeinander abgestimmt
sind und ineinandergreifen. Auch wenn solche Aussprachen
keine völlige Einigung erzielen, so ist es doch schon ein grosser
Gewinn, wenn sie das Verständnis für die Auffassung des andern
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