Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - I. Einleitung - 1. Einführung in die Geschichte der schwedischen Musik
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erich burger
»Polska» (»Polnischer Tanz» oder »Polnisch» in Deutschland) eine
rasche und weite Verbreitung.1 Ursprünglich aus 2 ruhigen Sätzen
bestehend, einem Vordersats im 2/4 und einem Nachsatz im 3/4 Takt
tritt in Schweden sehr bald der letztere selbständig auf aus einer
deutlichen Vorliebe des Volkes für den lebhaften 3/4 Takt.2 Diese
Tanzform ist in analoger Entwicklung im übrigen als »Mazurka»
bekannt geworden. Während sie dort wieder im Laufe der Zeit
verschwindet, ist die »Polska» (auch als sog. »Hambo») bis auf den
heutigen Tag für die schwedische Landbevölkerung der beliebteste
Tanz von ausgesprochen nationaler Eigenart geblieben.3 Begünstigt
wird diese Entwicklung durch die im 17. Jahrh. immer stärker
werdende Vorliebe für Instrumentalmusik in allen Kreisen des Volks.
Auch die übrigen instrumentalen Tanzformen der Pavane, Galliarde,
Courante, entwickeln sich unter dem Einfluss der europäischen
Kulturmusik und bestimmen durch ihre lebhaftere Melodik den neuen
Typus des lyrischen Volkslieds. Vielfach werden nun in der
Folgezeit beliebten Tanzmelodien Texte unterlegt, wodurch sie uns bis
heute in ihrer ursprünglichen Gestalt erhalten sind. Dahin gehören
eine grosse Anzahl der im 19. Jahrh. aufgezeichneten schwedischen
Volkslieder.4
Der äussere Grund zu diesem Aufschwung der schwedischen
Musik ist in den regen Verbindungen zu den südlicheren Ländern
zu suchen, die der 30jährige Krieg zur Folge hat. Dazu kommt ein
teilweise erheblicher Wohlstand nach dem glücklichen Ausgang des
Feldzuges. Das Bürgertum beginnt sich eine eigene Kultur zu
schaffen und der Adel übernimmt je nach Mode und Geschmack
französische Lebensformen. So findet man besonders an französicher Bal-
1 Die grösste »polska»-Sammlung jener Zeit enthält ein Notenbuch von
1595 (Bibliothek der deutschen Kirche in Stockholm Nr. 32). (Vgl. darüber
auch Norlind Sv. Mus. hist., S. 73 u. 77.)
2 Vgl. hierzu Norlind »Den Svenska polskans historia» (»Studier i svensk
folklore» V, 1911).
3 Siehe die gross angelegte Sammlung solcher Weisen durch Nils
Andersson: »Svenska Låtar», Stockholm 1922. Im ganzen liegen bis jetzt an die
15,000 Tanzmelodien aufgezeichnet vor. Dagegen bemerkenswert die geringe
Anzahl der erhaltenen Volkslieder.
4 Von den noch heute bekanntesten seien angeführt: »Ack Värmeland du
sköna», »Vårvindar friska», »Djupt i hafvet», »Mandom, mod och morske män».
(Vgl. ausserdem die der Sammlung von Geijer-Afzelius und Arwidsson.)
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