Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - I. Einleitung - 1. Einführung in die Geschichte der schwedischen Musik
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deutsche kirchenmei.odien in schweden
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lett- und Opernmusik Gefallen1, zieht hervorragende deutsche,
französische und italienische Musiker ins Land und beginnt die
Hausmusik zu pflegen. Vor allem aber erwacht für die instrumentale
wie vokale Kunstmusik überall ein starkes Interesse und am Ende
des Jahrhunderts sehen wir Schweden durchaus auf gleicher Höhe
wie die südlichen Nachbarstaaten.2
Verfolgen wir nun die Geschichte der geistlichen Musik, so
finden wir, wie oben erwähnt3, in der katholischen Epoche Schwedens
eine vom übrigen Land fast gänzlich gesonderte Eigenkultur der
Kirchen und Klöster, derjenigen in Deutschland und Frankreich
ungefähr entsprechend. Nur die Formen, die von vornherein
volkstümlicher Herkunft sind, können weitere Verbreitung finden.4 So
gilt dies vor allem für die Sequenz, die im 14. und 15. Jahrh. eine
hohe Blüte erreicht.5 Erst durch die Reformation wird sie allmählich
verdrängt, lässt sich aber in der Überlieferung bis ins ig. Jahrh.
nachweisen.6 Weiter entwickelt sich aus den im 14. Jahrh.
übernommenen deutschen »leis», ähnlich wie in Deutschland, allmählich das
geistliche Volkslied Schwedens, das nach der Reformation eine
ausserordentliche Verbreitung findet und in einigen Teilen des Landes bis
ins 19. Jahrh. lebendig bleibt. Seiner mittelalterlichen Formen
wegen ist es für uns von besonderem Interesse.7
Ein anderer Zweig geistlichen Gesanges ausserhalb der Kirche
ist das aus der Hymne hervorgegangene lateinische Schullied. Im
13. Jahrh. aus Frankreich herübergekommen, wird es bald an Schulen
und Universitäten so beliebt, dass man ihm sehr wohl eine eigene
Bedeutung in der schwedischen Musik zusprechen muss.8 Einen
guten Einblick in das Wesen dieser rein mittelalterlichen Lieder er-
1 Siehe auch Norlind Sv. Mus. hist., S. 79 ff.
2 Moberg, Kyrkomusikens historia, S. 394 ff. 3 S. 121.
4 Moberg, Kyrkomusikens historia, S. 396.
5 Einer der grössten uns erhaltenen Sammlungen dieser Art erschien bei
Steffen Arndes um das Jahr 1493 in Lübeck im Druck. (Einziges Exemplar
auf der kgl. Bibl. in Stockholm.) (Vgl. hierzu C. A. Moberg: Ȇb. d. schwed.
Sequenzen», Uppsala 1927.)
6 Bis zu Haeffners Choralbuch 1820 (Moberg, S. 141.)
’ Vgl. darüber unten S. 249. Ausserdem die Aufzeichnungen in der Samml.
v. Nils Andersson, Dalarne, Bd I, S. 130 ff. (auch in Bd. II, III u. IV).
8 Darüber ausführlich Norlind in s. Arbeit über die lat. Schullieder in
Schweden u. Finnland (»Lat. Skols. i Sverige och Finland»), Lund 1909.
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