Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - II. Liedvergleiche
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erich burger
chung von der deutschen und dänischen Tradition den 3-Takt. Im
übrigen wird aber die Weise ziemlich genau beibehalten. Rappe
bringt einige reizvolle volkstümliche Wendungen. Besonders die
2. Zeile erreicht durch ihre Rhythmisierung und Zwischennoten eine
lebhafte Gesanglichkeit gegenüber der deutschen Fassung und der
wieder vereinfachten von G. Punktierungen der ersten, vorletzten
und letzten Zeile machen die Melodie flüssiger. Kleine Varianten
weisen in den schwed. Quellen die vorletzte und letzte Zeile auf.
Gemeinsam ist der veränderte Anfang der 2. Zeile mit dem doppelten
Quartsprung d-g-d (= Thorn., Schein, Krüger u. a.) statt der Quarte
mit folgender Quinte d-g-c, wie in den beiden deutschen Quellen von
1524. Der von diesen notierte folgende Quintsprung nach unten d-g
wird von den schwed. Handschr. und G. übergangen und dafür die
vereinfachte Schlussformel der zweimaligen Terz d-h gebracht. Die
punktierten Wechselnoten bei Rappe d c d übernimmt G. in
gleichen Notenwerten ebenso die Durchgangsnoten h c d. Die Neigung,
die grossen Intervalle zu vermeiden, wird auch in der letzten Zeile
deutlich. Der doppelte Quartsprung der deutschen Fassungen ist
in den schwedischen nirgends wiederholt. Dafür tritt die einfaceh
Sekundfortschreitung agag1, wodurch der mixolydische Kirchenton
stärker zum Ausdruck kommt. Kalm. und Mönst. haben in der
Schlusszeile abweichend die doppelte Setzung des Spitzentons c,
der die Terz c-a zur Folge hat, wodurch der melodische Bogen des
Schlusses zerstört ist und zu einer monotonen Formel wird, die wir
als Merkmal der Zersingung ansehen dürfen.
10. »Ein neues Lied wir heben an»
Schwed.: »Gud warder liknad wid en man»
(Dän.: »En vise ny ville vi nu quaede»)
Quellen: Deutsch: Joh. Walter 1524 (Z. 7245).
Schwed.: Kalm. I, fol. 147; Mönst., fol. 91; Rappe, fol. 14; G. 206.
(Dän.: Thorn., fol. 237.)
Nach Böhme findet sich dies Lied in Deutschland zuerst auf
einem Einzeldrucke von 1523 mit dem Titel »Das Lied von den 2
Märtyrern Christi» . . . Der Text, der sich auf die Brüsseler Ver-
1 Möglich aber in der Ausführung a g fis g gesungen, wie in Deutschland
bei Kühnau.
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