Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - II. Liedvergleiche
<< prev. page << föreg. sida << >> nästa sida >> next page >>
Below is the raw OCR text
from the above scanned image.
Do you see an error? Proofread the page now!
Här nedan syns maskintolkade texten från faksimilbilden ovan.
Ser du något fel? Korrekturläs sidan nu!
This page has never been proofread. / Denna sida har aldrig korrekturlästs.
deutsche kirchenmei.odien in schweden
175
brennung von 1523 bezieht und wahrscheinlich auch die Melodie1
stammen von Luther. In den nordischen Ländern treffen wir überall
die älteste Fassung von Walter mit dem Dominantschluss, was uns
auf eine frühe Übernahme des Liedes schliessen lässt. Zelle2 meint,
dass bei der letzten Strophe die Oktave an Stelle der Dominante
trat, die demnach nur die kadenzierende Überleitung zur Tonika
des Anfangs bildete. Nach Erscheinen der Erfurter Enchiridien
1524 wird der Oktavschluss in Deutschland allgemein. Die Melodie
kann sich jedoch im Gemeindegesang nicht halten und verschwindet
bald wieder. In Schweden erfährt sie eine längere Überlieferung,
ohne wesentliche Umbildungen zu erleiden. Augenscheinlich ist das
Lied nie sehr beliebt geworden, denn Spuren volkstümlicher
Belebung oder Zersingung sind nirgends zu finden. Das durchgängige
Schema des Dreitakts zeigt nur allzu sehr die konventionelle
kirchliche Form. Rappe bringt einige Zwischennoten in der 1. (3.), 2. (4.),
7. und 8. Zeile, die sonst nicht wieder vorkommen. In der 2. (4.)
Zeile vermeiden alle schwed. Fassungen den Quint- und folgenden
Terzsprung Walters und schreiben dafür die einfache diatonische
Fortschreitung. Kalm. und Rappe beginnen die 5. Zeile mit der
Tonika statt mit der Terz in Anknüpfung an den Schlusston der 2.
(4.). Ausserdem schreiben sie am Ende der Zeile eine Wechselnote
aga, die von G. punktiert gebracht wird. Letzteres hat den um eine
Stufe erhöhten Spitzenton c, der sonst nirgends anzutreffen ist.
Statt mit der Quinte beginnen Kalm., Rappe und G. die 6. und letzte
Zeile mit der Oktave in Anlehnung an den Anfang der 1. Das
Me-lisma in der Walterschen Schlussformel der 6. und 8. Zeile wird bei
Kalm. und Mönst. vereinfacht und fällt bei den übrigen ganz weg.
Varianten weist in allen Fassungen die 7. Zeile auf. Kalm. und Mönst.
bringen eine abermalige Steigerung zum Spitzenton f" und schliessen
in sequenzartiger Formel: e" c" d" b’ a’. Rappe und G. vereinfachen
wieder und schreiben wie Walter, abgesehen von dem stärker
betonten d. Die 8. Zeile beginnt Kalm. mit der Terz statt der Tonika wie
die übrigen. Die schwedische Schlusszeile hat im Gegensatz zu Walter
keine eigene Form, sondern wiederholt jeweils genau die 6.
1 Wolfrum (S. 100) macht auf die Ähnlichkeit »Ein feste Burg» und »Vom
Himmel hoch» im metrischen Bau und einzelnen Melodiezeilen aufmerksam,
wodurch eine gemeinsame Autorschaft erwiesen scheint, in unserem Falle
diejenige Luthers. 2 S. 17.
<< prev. page << föreg. sida << >> nästa sida >> next page >>