- Project Runeberg -  Kyrkohistorisk Årsskrift / Trettioandra årgången, 1932 /
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(1900)
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Undersökningar - Erich Burger, Deutsche Kirchenmelodien in Schweden. Ein Beitrag zur Geschichte der schwedischen Reformation - II. Liedvergleiche

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deutsche kirchenmei.odien in schweden

175

16. »Dies sind die heil gen zehn Gebot»

Schwed.: »Thesse äro the tio Bud»
(Dän.: »Gud loed sin röst aff skyen lyde»)

Quellen: Deutsch: Enchirid. Erfurt (schwarz. Horn) 1524 A. II (Z. 1951).

Schwed.: Kalm. I, fol. 139; Mönst., fol. 74; Rappe, fol. 20; V. B. 30;

Ridd., pag. 59; G. 1.

(Dän.: Thorn., fol. 112.)

Wie schon oben erwähnt1, nahm Olaus Petri zu dem 1536 ins
Schwedische übersetzten Text die Melodie des bis ins 12. Jahrh.
zurückgehenden2 Pilgerleises »In Gottes Namen fahren wir». Er
stützte sich dabei (ebenso wie Thorn.) auf die norddeutsche
Tradition, die mit den Erfurter Enchirid. 1524 beginnt.3 Die erste schwed.
Aufzeichnung der Melodie in Kalm. I, wie auch die späteren,
verraten deutlich ihre Abhängigkeit von den deutschen Fassungen durch
das gleiche charakteristische Schwanken zwischen dem
mixoly-dischen und dorischen Kirchenton. Die Anschauung Winterfelds4,
dass die dorische Schreibweise (transponiert auf g mit Vorzeichen b)
falsch sei, bestätigen die Handschr. Kalm. I und V.B. 30. Diese
haben, wie Babst 1545, kein Vorzeichen und erniedrigen die Terz
nur in der letzten Zeile. G. 1 und Rappe schreiben wie Hassler,
Crüger u. a. zwar b vor, lösen es aber in den ersten beiden Zeilen
wieder auf, sodass auch hier die grosse Terz gilt, während Ridd.
sich ganz an das deutsche Original hält. Der 2. Teil der
Melodie, die 3., 4. und 5. Zeile, steht allerdings bei Ridd., Rappe und G.
in dorisch (oder besser in g-Moll). Jedoch liegt hier keine originelle
Redaktion vor, sondern diejenige Crügers. Von den weiteren kleinen
Varianten sind noch bemerkenswert: in der 1. Zeile haben alle
Handschriften (ausser 61 und Ridd.) als 4. Note die Obersekunde a. Ridd.
schreibt als 6. Note die Untersekunde f. Die 3. Zeile erhält bei Rappe
und G. 1 durch die Ausbiegung nach b schon hier Mollcharakter,
während bei den anderen die erniedrigte Terz erst in der
Schlusszeile auftritt. Dass »Kyrieleis» wird in der Hassler’schen Form von
Kalm. I, Mönst. und V.B. 30 übernommen. Rappe schreibt wie
Crüger, wovon auch Ridd. und G. abhängen. Letzteres bringt die
Schlussformel wie schon in der 3. Zeile punktiert.

1 S. 128 (Anm. 5). 2 Vgl. Wolfrum, S. 50.

3 Über andere Mel. zu diesem Lied, s. Kümmerle I, S. 318!

4 I, S. 110.

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